Wurde der Insolvenzantrag nicht rechtzeitig gestellt, kann es teuer werden.

Manager werden oft dafür haftbar gemacht, dass sie noch Geld überwiesen haben, als sie schon zahlungsunfähig waren.

Der Fall Schlecker mag spektakulär sein, doch es kommt relativ häufig vor, dass Geschäftsführer mit dem Vorwurf konfrontiert werden, sie hätten noch Zahlungen geleistet, als die Gesellschaft längst reif für den Insolvenzantrag gewesen sei. Laut der Süddeutschen Zeitung prüfen Insolvenzverwalter regelmäßig, ob Geschäftsleiter vor der Pleite ihre Pflichten vernachlässigt haben. Dazu gehört auch der rechtzeitige Insolvenzantrag. Werden sie fündig, können auf die Manager hohe Forderungen zukommen.

„Nach den gesetzlichen Vorschriften kann der Insolvenzverwalter von den Geschäftsführern die Zahlungen zurückverlangen, die nach vermeintlicher Insolvenzreife geleistet wurden und nicht mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes vereinbar sind“, sagt Anwältin Tanja Schramm von der Kanzlei Clyde & Co in Düsseldorf. Oft geht es um zwei- oder dreistellige Millionenbeträge. Mittlerweile versuche jeder Insolvenzverwalter, Geschäftsführer haftbar zu machen, bestätigt Simon Hammerstingl vom Managerhaftpflichtversicherer Hiscox. Managern, auf deren Schreibtisch Forderungen vom Insolvenzverwalter landen, rät Hammerstingl, Ruhe zu bewahren und professionelle Beratung zum Beispiel durch einen Juristen zu suchen. Oft gelinge es, die Ansprüche zu drücken.

Als zahlungsunfähig gilt ein Unternehmen, wenn es zehn Prozent seiner Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen kann. Aber nicht alle Überweisungen ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit sind rückforderbar. Dazu zählen Gehälter, Umsatzsteuer und Sozialversicherungsbeträge. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Geschäftsführer aber schon dann einen Anwalt zurate ziehen, wenn es im Unternehmen kriselt, raten Experten.

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