Junge Start-ups mit neuen Ideen finden im Ausland häufig bessere Finanzierungsmöglichkeiten. Bild: © Jacob Lund / stock.adobe.com

Gründer, die Erfahrung mit Misserfolgen gemacht haben, könnten Experten zufolge bei Investoren bessere Karten haben.

Aus Misserfolgen lernen und das Scheitern damit in eine Chance verwandeln – dafür plädiert Eric Leupold, Leiter Pre-IPO und Capital Markets bei der Deutschen Börse. „Wir müssen den Gründergeist in Deutschland stärken, indem wir Gründer ermutigen, mit ihren Ideen auch mal zu scheitern. Diese Erfahrungen sehen Investoren als sehr wertvoll an“, sagt er. Und genau diese Investoren gilt es zu überzeugen. Dass dies hierzulande gar nicht so leicht ist, zeigt sich laut Leupold daran, dass Start-ups meist aus Deutschland abwandern, weil sie an anderen Standorten bessere Finanzierungsmöglichkeiten vorfinden.

Kein Wunder also, dass eine heute veröffentlichte Studie von Deutscher Börse und EY (Ernst & Young) zu dem Ergebnis kommt, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer noch hinterherhinkt, wenn es um den Gründergeist und die Rahmenbedingungen für Start-ups geht. Zwar gebe es großes Potential für künftiges Wachstum und Fortschritte bei einzelnen Initiativen. Im Steuersystem, bei Kapitalanforderungen und in punkto Bürokratie bestehe jedoch deutlicher Aufholbedarf.

„Deutschland befindet sich im Wettstreit mit den internationalen Startup-Zentren um die aktuelle und die kommenden Generationen von Gründern. Während sich die Bundesrepublik bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Start-ups in den letzten Jahren positiv entwickelt hat, haben die Zentren im Silicon Valley, in Israel und in UK insbesondere bei Finanzierungsmöglichkeiten sowie bei steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen noch signifikante Vorteile für Gründer“, erklärt EY-Partner Christopher Schmitz.

Trotz redlicher Bemühungen brauche es mehr Engagement hierzulande: „Die geplanten Initiativen sind nicht ausreichend, um in Deutschland ein weltweit wettbewerbsfähiges Ökosystem für Start-ups zu entwickeln“, warnen die Studienautoren. Laut Leupold brauche es ein Hand-in-Hand-Agieren von Unternehmen, Politik und Universitäten, um Deutschland für Start-ups attraktiver zu machen. „Einzelne Initiativen durch die Privatwirtschaft oder durch Bildungseinrichtungen genügen nicht, um international ganz vorne mitzuspielen“, sagt der Experte.

 

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