War­um Restruk­tu­rie­run­gen oft nicht nach­hal­tig sind

Häufig geht es vor allem darum, Kosten zu sparen

Bei Umstrukturierungen steht die kurzfristige Kostenreduktion oft im Vordergrund, Nachhaltigkeit wird vernachlässigt.

Sinkender Personalstand bei steigender Arbeitsbelastung sind nach der Meinung eines Großteils der österreichischen Arbeitnehmer die Folgen einer Restrukturierung – während die erhoffte Kostenersparnis und die steigende Wettbewerbsfähigkeit nur bedingt eintreten, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der österreichischen Arbeiterkammer (AK). „Oftmals folgt nach dem Outsourcing die Ernüchterung, weil die Kosten in Summe oft höher ausfallen, als wenn die Prozesse im Haus behalten werden, und die Qualität für die Kundinnen und Kunden sinkt“, zitiert die Tiroler Tageszeitung die Arbeitnehmervertreter.

Dabei nehmen die Intervalle der Restrukturierungen zu. Wobei es sich in erster Linie um punktuelle Eingriffe in den bestehenden Aufbau und nicht um eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens handle. 92 Prozent der befragten Personen nannten als Ziel einer Umstrukturierungsmaßnahme „Kosteneinsparungen“. 82 Prozent gaben als Grund Einsparung von Personal an – ebenso viele die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Stärkung der Kernkompetenz nannten 73 Prozent. Auffallend ist, dass 50 Prozent der Befragten erwähnten, dass die Erzielung von Steuervorteilen eine gravierende Rolle bei der Umstrukturierung gespielt habe. Das Ausnützen von schlechteren arbeitsrechtlichen Regulierungen oder die Flucht aus dem Kollektivvertrag werden immerhin noch von 45 Prozent bzw. von 37 Prozent genannt.

Die Betriebsräte beklagten, dass sie zwar über die Umstrukturierungsmaßnahmen informiert, aber nicht eingebunden würden. AK und der Gewerkschaftsbund (ÖGB) orten daher Verbesserungsbedarf sowohl bei der betrieblichen Mitbestimmung als auch auf arbeitsrechtlicher Ebene. „Nutzen Sie die Unterstützung durch die Betriebsräte, es kommt Ihrem Unternehmen zu gute“, appellierte heute AK Wien-Direktor Christoph Klein an die Arbeitgeber. Bernhard Achitz, leitender Sekretär des ÖGB, wiederum fordert den Gesetzgeber auf, für schärfere Sanktionen bei Nichtbeachtung des Betriebsrates zu sorgen. Dies könne soweit gehen, dass Teile der Restrukturierung für wirkungslos erklärt werden.

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