Steigt das Gehalt des Chefs ins Unermessliche, wächst die Unzufriedenheit der Mitarbeiter

Wird das Gehaltsgefälle zwischen Chefs und Angestellten klein gehalten, so kann sich das für ein Unternehmen auszahlen.

Die Deckelung von Manager-Gehältern und Banker-Boni ist in aller Munde. Die Realität jedoch sieht anders aus: Die Top-Gehälter in der Schweiz sind weiter gestiegen, allein die Direktvergütungen für die Chefs der 20 größten börsennotieren Unternehmen legten im vergangenen Jahr der Beratungsfirma HKP zufolge im Schnitt um satte elf Prozent zu.

Dabei gäbe es gute Gründe dafür, den Gehältern an den Konzernspitzen tatsächlich Einhalt zu gebieten. Nicht nur, weil viele es vielleicht als gerecht empfinden, sondern auch weil Bescheidenheit in den Vorstandsetagen wirtschaftlich vernünftig ist, berichtet Spiegel Online. Darauf deutet zum Beispiel eine Untersuchung zweier Forscherinnen aus London hin, die Daten aus rund 2000 britischen Betrieben auswerteten. Ihr Ergebnis: Je weiter sich die Managervergütung vom niedrigsten Gehalt im Unternehmen abhebt, desto häufiger geben Mitarbeiter ihrer Stelle auf, sind krank oder streiken. Große Ungleichheit scheint also mit großer Unruhe in der Belegschaft einherzugehen.

Viel Gehalt – schlechtere Performance

Auch wenn die Untersuchung nicht besonders umfassend ist, stützen andere Studien den Befund der Londoner Forscherinnen. In einer der ersten Untersuchungen zum Zusammenhang von ungleicher Bezahlung und Geschäftserfolg zeigten zwei US-Forscher Anfang der Neunzigerjahre mit Daten aus 102 Firmen: Je größer das Gehaltsgefälle in einer Firma ist, desto schlechter ist die Qualität der Produkte. Die Forscher vermuten, dass Mitarbeiter weniger motiviert sind und sich weniger anstrengen, wenn sie die Bezahlung in ihrem Unternehmen als unfair empfinden – was schließlich dazu führt, dass schlechtere Waren auf den Markt kommen.

Ein überzogenes Gehalt scheint Vorstandschefs zudem leichtsinnig zu machen, legt eine weitere US-Studie nahe. Die Forscher stellten fest, dass sich der Aktienkurs von Unternehmen, die einen besonders teuren Boss engagieren, in den Folgejahren unterdurchschnittlich entwickelt. Besonders schwach war die Kursentwicklung bei Firmen, deren Chefs nicht nur ein hohes Gehalt bekamen, sondern offenbar auch ein extrem hohes Vertrauen in ihre Fähigkeiten hatten.

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