Wer die Cloud nutzt, sollte gut gesichert sein
Vor allem kleinere Unternehmen haben noch Nachholbedar, wenn es um die ausreichende Absicherung der Cloud geht. Cloud Computing wird für Unternehmen immer wichtiger – die wirtschaftliche Nutzung boomt. Im vergangen Jahr setzten in Deutschland bereits zwei von drei Unternehmen ab 20 Mitarbeitern Cloud Computing ein. Im Vorjahr waren es erst 54 Prozent, 2014 sogar nur 44 Prozent. Während Experten 2010 den Erfolg der Cloud noch davon abhängig machten, inwieweit es den Anbietern der Dienste gelingt, die Bedenken der Nutzer auszuräumen, scheint genau das nun geglückt zu sein. „Die Sorge vor unkontrolliertem Datenverlust kann den Höhenflug der Technologie nicht mehr bremsen. Die Unternehmen vertrauen der Cloud in puncto Datensicherung mehr denn je“, bilanziert die Unternehmensberatung KPMG.Dass die „Wolke“ für Unternehmen immer attraktiver wird, hat seinen Grund: „Cloud Computing ist eine Basis-Technologie der Digitalisierung. Richtig eingesetzt kann sie nicht nur Geschäftsprozesse effizienter machen, sondern auch die Sicherheit erhöhen“, erklärt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research. Das Thema Cloud-Security bleibt dabei aber weiterhin ein IT-Evergreen. Schließlich können Cloud-Anwendungen ohne entsprechende Vorkehrungen auch zum Risikofaktor für Unternehmen werden. Nicht nur die Cloud Security Alliance CSA stellte auf der jüngsten RSA Conference die „Treacherous 12“ vor – also die zwölf größten Sicherheitsrisiken in der Cloud, mit denen sich Firmen 2016 auseinandersetzen müssen. Auch Barbara Engels, Referentin für Digitalisierung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, verwies im Interview mit Return bereits auf die wachsende Bedeutung des Schutzes vor Angriffen aus dem Internet: „Die Schäden, die durch Cyberattacken entstehen, sind vielfältig. Es gibt direkte, initiale Kosten, wie beispielsweise der Wert der Daten selbst, die Ausfallzeiten, Prüfung und Wiederherstellung des Systems. Noch größer sind allerdings die indirekten Kosten, darunter Umsatzeinbußen durch Plagiate, Verluste von Wettbewerbsvorteilen und vor allem auch Ruf- und Imageschäden. Das kann besonders kleinen Unternehmen tatsächlich das Genick brechen.“Umso besorgniserregender erscheint es, dass vor allem kleinere Betriebe offenbar längst nicht hinreichend gewappnet sind. Zu diesem Ergebnis gelangt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der Unternehmensberatung KPMG. Demnach gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto eher wird auf eine Sicherheitsstrategie bei der Nutzung von Cloud Computing verzichtet. Während bei Unternehmen mit 500 oder mehr Beschäftigten, die Cloud-Dienste nutzen oder dies planen, rund zwei Drittel über eine Cloud Security Strategie verfügen, ist es bei den kleineren nur rund ein Drittel. So haben 68 Prozent der Unternehmen mit 2000 oder mehr Beschäftigten eine bereichsübergreifende Sicherheitsstrategie oder eine Strategie für einzelne Unternehmensbereiche. Bei den Unternehmen mit 500 bis 1999 Beschäftigen liegt der Anteil bei 61 Prozent. Dagegen besitzen nur 35 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern eine solche Strategie, bei Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sind es sogar nur 28 Prozent.Bild: fotogestoeber / Fotolia, Text: Christin OttoDer Beitrag Vielen Firmen fehlt eine Cloud-Sicherheitsstrategie erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.