Unter­neh­men in Schwie­rig­kei­ten“: 2018 mehr Anträ­ge

Häufig müssen sich Unternehmer und Gründer junger Unternehmen mit für sie komplett neuen Herausforderungen auseinandersetzen. Dafür bedarf es einer passenden Beratung, denn nur so können Erfolgschance verbessert werden. Leider sind eben dieses Expertenwissen und individuelle Beratungen kostenintensiv. Für genau solche Fälle bietet das Förderprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zum Beispiel Beratungskostenzuschüsse, um Unternehmen hierbei finanziell zu unterstützen. Nähere Infos zum Förderprogramm, sowie potentielle Veränderungen in der nächsten Zeit erläutert Rainer Reddig, Leiter der Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes in Köln und Referent beim Turnaroundkongress 2018.

Rainer Reddig, Leiter der Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes in Köln. Bild: © Rainer Reddig
Rainer Reddig, Leiter der Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes in Köln. Bild: © Rainer Reddig

Ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ – was bedeutet das?
RAINER REDDIG: Zwei grundlegende Merkmale legen die Definition für ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ fest. Zum Einen muss das Eigenkapital um mehr als 5=% aufgebraucht sein, zum Anderen darf das Unternehmen keinen Gewinn machen.

Wieso befinden sich Unternehmen in Schwierigkeiten? Was sind die Gründe?
Überschuldung und die dadurch auftretenden Liquiditätsprobleme sind Gründe dafür, dass sich „Unternehmen in Schwierigkeiten“ befinden. Allerdings legen wir als Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gerade neue Fixpunkte im Zusammenhang mit diesem Thema fest.

Ihr Kongressthema befasst sich mit dem Wandel im Bundesförderungsprogramm „Unternehmen in Schwierigkeiten“. Wieso kommt es zu einem Wandel?
Der größte Wandel wird wohl der Übergang der Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum BAFA sein beziehungsweise zu den Leitstellen als Vorprüfstelle. Dazu kommt, dass die Bedingungen für „Unternehmen in Schwierigkeiten“ immer wieder an die jeweiligen wirtschaftlichen Situationen angepasst werden.

Wagen wir den Blick in die Zukunft: Wird es zu gehäuften Fällen von Unternehmen in Schwierigkeiten kommen oder werden die Zahlen zurückgehen?
Rückblickend ist die Anzahl der Anträge für „Unternehmen in Schwierigkeiten“ von 2016 mit 1706 Anträgen zu 2017 mit 1361 Anträgen gesunken. Wir können aber davon ausgehen, dass sich die Antragszahlen im Jahre 2018 voraussichtlich steigern werden, da eben die Rahmenbedingungen für einen Antrag „Unternehmen in Schwierigkeiten“ immer wieder angepasst werden.

Rainer Reddig ist Leiter der Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes in Köln. Nach dem Jurastudium an der Universität zu Köln, ist Reddig seit 1996 Leiter der Leitstelle für Gewerbeförderung des Bundes. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn hält er viele Vorträge, Seminare und Veranstaltungen zum Thema Gewerbeförderung. Beim Turnaroundkongress 2018 wird Reddig einen Vortrag zum Thema „Wandel im Bundesförderprogramm ‚Unternehmen in Schwierigkeiten'“ halten.

Der Beitrag „Unternehmen in Schwierigkeiten“: 2018 mehr Anträge erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.