Taka­ta-Geschäft läuft trotz Insol­venz wei­ter

Takata ist endgültig die Puste ausgegangen. Bild: © HaywireMedia / stock.adobe.com

Nach der Insolvenz des japanischen Airbag-Herstellers soll der Konzern an einen US-Zulieferer verkauft werden.

Lange wurde nur gemutmaßt – nun ist es offiziell: Der angeschlagene japanische Airbag-Hersteller Takata hat Insolvenz angemeldet. Neben dem Mutterkonzern in Tokio wurde auch die US-Tochter TK Holdings in die Insolvenz geschickt, wie der Konzern nun mitteilte. Die europäischen Töchter seien allerdings nicht betroffen. Grund für die Pleite sind die immensen Kosten und Verbindlichkeiten, die der größte Rückruf der Autogeschichte verursacht hat. Takata war wegen technischer Probleme gezwungen, weltweit mehr als 100 Millionen fehlerhafte Airbag-Module zurückzurufen. Angesichts von Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Billion Yen ist es eine der größten Insolvenzen in der japanischen Wirtschaftsgeschichte.

Die weltweiten Geschäfte von Takata sollen dennoch ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Zur Finanzierung eines Restrukturierungsplans wird der Konzern nun für 1,4 Milliarden Euro an den chinesisch kontrollierten US-Zulieferer Key Safety Systems (KSS) verkauft. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung, wonach KSS nahezu alle Vermögenswerte und operativen Geschäfte übernimmt, steht bereits. Durch den Zusammenschluss werden die Amerikaner zu einem globalen Anbieter von Sicherheitssystemen für Automobile mit etwa 60.000 Mitarbeitern in 23 Ländern.

Ausgenommen von der Übernahme ist unter anderem das Geschäft mit den Gasgeneratoren mit Ammoniumnitrat – diese werden für den Tod von mehreren Menschen verantwortlich gemacht. Um die Autohersteller mit Ersatz für die Rückrufe zu beliefern, wird Takata die Produktion zwar vorerst weiterbetreiben. Auf lange Sicht soll das Geschäft jedoch eingestellt werden. Dem Rest von Takata, den KSS nicht übernimmt, steht die Abwicklung bevor.

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