Der Uniper-Chef Klaus Schäfer hat seinem Unternehmen einen harten Sanierungskurs verordnet.

Auch wenn die Bilanz des Stromkonzerns auf den ersten Blick trüb ausfällt, laufen die Geschäfte operativ solide.

Nachdem Eon Anfang 2016 die Kohle- und Gaskraftwerke sowie den Großhandel im Energiekonzern Uniper abgespaltet hat, präsentierte das neue Unternehmen nun seinen ersten Geschäftsbericht. Uniper beendet das erste Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von 3,2 Milliarden Euro. Schuld waren vor allem Wertberichtigungen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro, weil sich die Rahmenbedingungen radikal verschlechtert haben, berichtet das Handelsblatt.

Operativ laufen die Geschäfte allerdings überraschend solide. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 24 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit kletterte sogar um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Vor allem aber kommt das Management bei der Sanierung voran. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 55 Cent pro Anteilsschein – und sollen für 2017 sogar noch einmal rund 15 Prozent mehr erhalten.

Mit dem Sparprogramm Voyager sollen die jährlichen Kosten um 400 Millionen Euro reduziert werden. Rund die Hälfte davon wurde bereits 2016 erreicht. Unter anderem wurde die Verwaltung verschlankt – dort soll etwa jede vierte Führungsposition wegfallen – und die IT-Kosten wurden verringert. Mit den Gewerkschaften wird Uniper nach Informationen des Handelsblatts bald über den Abbau von tariflichen Leistungen verhandeln. Das Management will hier offenbar 27 Millionen Euro einsparen – das wollen die Gewerkschaften aber nicht akzeptieren. Ein großer Fortschritt bei der Sanierung wurde erst vor Kurzem gemacht. Uniper vereinbarte mit dem österreichischen OMV-Konzern den Verkauf der 25-Prozent-Beteiligung an einem sibirischen Gasfeld. OMV bezahlt dafür rund 1,8 Milliarden Euro. Damit ist das Ziel, bis Ende des Jahres rund zwei Milliarden Euro durch Verkäufe einzunehmen, schon weitgehend erreicht.

Der Beitrag Stromkonzern Uniper kommt bei Sanierung voran erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.