Die Solarworld AG hatte am 11. Mai Insolvenz angemeldet. Bild: © Smileus / Fotolia

Um bestehen zu können, entlässt SolarWorld nach dem Auslaufen des Insolvenzgeldes zum 1. August weitere Mitarbeiter.

Der Personalabbau beim Solartechnik-Hersteller Solarworld geht weiter: Gut acht Wochen nach dem Insolvenzantrag hat der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg weitere Entlassungen in noch unbekannter Höhe angekündigt.

Die Mitarbeiter in Thüringen und Sachsen seien bei Belegschaftsversammlungen in den Werken bereits darüber informiert worden, dass nach dem Auslaufen des Insolvenzgeldes zum 1. August weitere Stellen gestrichen werden sollen, teilte Piepenburg mit. Den Mitarbeitern am Standort Bonn steht der Insolvenzverwalter heute bei einem Treffen persönlich Rede und Antwort.

Hohe Produktionskosten

Hintergrund des erneuten Stellenabbaus: Während des zweimonatigen vorläufigen Insolvenzverfahrens sei es aufgrund hoher Produktionskosten nicht gelungen, ausreichend Geld für die Weiterbeschäftigung aller noch rund 1850 Mitarbeiter zu erwirtschaften.

Dennoch sei es geglückt, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und weiterzuführen: „Bislang wurde im vorläufigen Insolvenzverfahren nicht nur die Bestandsware verarbeitet und veräußert, sondern darüber hinaus Neugeschäft im niedrigen zweistelligen Millionenbereich generiert“, erklärte Piepenburg. Dadurch seien die Fertigungsstraßen an den Produktionsstandorten im Drei-Schicht-System weiter in Betrieb geblieben. „Somit bewegen wir uns gerade im Spannungsfeld zwischen Rettungsaussichten sowie Perspektiven für SolarWorld einerseits und den aktuellen Sach-, Struktur- und Personalkosten, die wir nicht voll umfänglich erfüllen können, andererseits.“

Investorensuche läuft weiter

Die Solarworld AG hatte am 11. Mai dieses Jahres Insolvenz beantragt. Seither wurden 400 Stellen abgebaut. „Angesichts der Auftragslage sowie der globalen Herausforderungen der Solarindustrie müssen die insolventen Gesellschaften nach dem 31. Juli 2017 signifikant Personalkosten einsparen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freistellen“, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter weiter mit.

Parallel dazu hätten interessierte Investoren, die sich dem Prozess kaufmännisch sorgfältig näherten, einen weiteren Prüfungsbedarf von bis zu vier Monaten signalisiert. Die Rechtsverhältnisse seien komplex und die Vorstellungen über diverse künftige Geschäftsszenarien müssten gründlich analysiert und kalkuliert werden. Derzeit prüfen mehrere interessierte strategische Investoren die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen.

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