Die Gruppe mit Hauptniederlassung in Hamburg bereedert eine Flotte von insgesamt 114 Schiffen.

Der Gründer soll 75,1 Prozent der angeschlagenen Firmengruppe abgeben, um das Unternehmen vor dem Aus zu retten.

Die Schifffahrtskrise hat ein weiteres Opfer gefordert: Um die Insolvenz seiner Firmengruppe zu vermeiden, trennr sich der Hamburger Reeder Ber­t­ram Rickmers von einem Großteil seiner Anteile. Zudem muss er mehr als 30 Millionen Euro Privatvermögen in die Sanierung stecken, berichtet das Hamburger Abendblatt. Grund für die finanzielle Schieflage seien schwache Charterraten, weniger Aufträge und rapide sinkende Schiffswerte. 2015 lag der Verlust demnach bei mehr als 130 Millionen Euro. Allein in den ersten neun Monaten 2016 waren es schon 200 Millionen Euro.

Irgendwann konnte Rickmers die Zinsen für eine Singapur-Anleihe nicht mehr bedienen, musste die Rickmers Linie an die Bremer Zeaborn-Gruppe abgeben – und jetzt ist die ganze Holding in Gefahr. Um die retten, gibt der Gründer nun 75,1 Prozent seiner Anteile an der Holding an die Gläubiger ab. Zudem hat er sich zu einer Bareinlage in Höhe von zehn Millionen Euro verpflichtet. Rickmers wird ausstehende Werftrechnungen in Höhe von  9,3 Millionen Euro begleichen und ein Darlehen in Höhe von weiteren zehn Millionen Euro „für etwaigen künftigen Liquiditätsbedarf“ der Rickmers Holding bereitstellen. Und das, nachdem er bereits im vergangenen Jahr 13 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen in die angeschlagene Firma gesteckt hat.

Auch Anleger müssen bluten

Offen ist laut Morgenpost noch, wie stark die Anleger zur Kasse gebeten werden, die dem Unternehmen 275 Millionen Euro geliehen haben. Die nächste Zinszahlung ist im Juni fällig, die Rückzahlung der Rickmers-Anleihe ein Jahr später. Zu den finanzierenden Banken gehört auch die HSH-Nordbank, die gegenwärtig zum Verkauf steht und auf die mit der Rickmers-Sanierung neue finanzielle Belastungen zukommen – und damit auch auf den Steuerzahler.

Bei der Neuordnung des Unternehmens wird Rickmers von Experten unterstützt: Gleiss Lutz berät die Rickmers Gruppe umfassend bei ihrer finanziellen Restrukturierung. Dazu zählen die Restrukturierung von Bankverbindlichkeiten sowie die komplexe Restrukturierung der Anleiheverbindlichkeiten mittels eines „Debt-Push-Up“. Daneben berät Gleiss Lutz die Rickmers Gruppe laufend zu allen gesellschaftsrechtlichen, insolvenzrechtlichen, kapitalmarktrechtlichen und steuerlichen Fragen im Zusammenhang mit der Restrukturierung.

Der Beitrag Rickmers muss große Teile seiner Reederei abgeben erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.