Die Schifffahrt steckt in der Kirse. Bild: © Marco2811 / Fotolia

Weil die HSH Nordbank ihre Zustimmung zum Sanierungskonzept verweigert hat, musste Rickmers Insolvenz anmelden.

Eigentlich sollten am heutigen Donnerstag die Gläubiger der angeschlagenen Rickmers Group zusammenkommen, um über das Sanierungskonzept für die Hamburger Reederei abzustimmen. Seit Mittwochabend jedoch ist klar, dass dieser Termin nur noch Makulatur ist. Der Grund: Die HSH Nordbank hat ihre Zustimmung zum Sanierungskonzept verweigert und die Kreditanträge der Reederei zurückgewiesen. „Der HSH-Vorstand hat das Rickmers-Sanierungskonzept sorgfältig geprüft und erachtet dieses als betriebswirtschaftlich nicht tragfähig“, sagte ein Sprecher der Bank, die als einst größter Schiffsfinanzierer selbst mit den Folgen der Branchenkrise kämpft.

Für Rickmers komme die Entscheidung „höchst überraschend“, teilte die Reederei mit. Die Geschäftsführung sei gezwungen, Insolvenz anzumelden – strebe aber eine Sanierung in Eigenverwaltung an. Ziel ist es demnach, den Schiffbetrieb fortzusetzen. Wie es mit Rickmers und den rund 2000 Mitarbeitern weitergeht, ist noch unklar. Das Amtsgericht wird einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen, der zunächst die Finanzen der Rickmers Gruppe analysiert. Das dürfte ein schwerer Brocken werden – schließlich hat die Reederei rund 1,5 Milliarden Euro Schulden, die sie nicht mehr tilgen kann.

Rickmers hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Schiffe verkauft, um Bankschulden zu begleichen. Gründer Ber­t­ram Rickmers hatte sich sogar von einem Großteil seiner Anteile getrennt und Privatvermögen investiert, um die Reederei vor dem Aus zu retten. Grund für die finanzielle Schieflage seien schwache Charterraten, weniger Aufträge und rapide sinkende Schiffswerte.

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