Teldafax bot günstige Strom- und Gaspreise über Vorauszahlungen an.

2011 ging der Billigstromanbieter in die Knie. Nun wurden zwei Ex-Manager wegen Insolvenzverschleppung verurteilt.

Fast sechs Jahre nach der Pleite des Billigstromanbieters Teldafax sind die beiden ehemaligen Vorstandsvorsitzenden zu Bewährungsstrafen und Sozialstunden verurteilt worden. Das Landgericht Bonn sprach den früheren Vorstandschef der Insolvenzverschleppung sowie der Verletzung von Buchführungspflichten schuldig; er erhielt eine Freiheitsstrafe von insgesamt 16 Monaten, berichtet Tagesschau.de. Im Prozess hatte er geschwiegen. Sein Vorstandskollege, der die Vorwürfe teils gestanden hatte, wurde mit elf Monaten etwas milder bestraft.

Die Pleite von Teldafax 2011 gilt – gemessen an der Gläubigerzahl – als bisher größte Unternehmensinsolvenz der deutschen Geschichte. Das riskante Geschäftsmodell lockte zunächst viele Kunden an: Teldafax bot günstige Strom- und Gaspreise über Vorauszahlungen an. Den Kunden wurde meist für drei Jahre ein günstiger Preis garantiert. 2008 aber stieg der Strom-Einkaufspreis deutlich und das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten. Als dann noch das Wachstum nachließ und gleichzeitig der Fiskus hohe Nachforderungen an Stromsteuer verlangte, brach das Geschäftsmodell zusammen. Nach Feststellung des Gerichts war Teldafax spätestens Mitte 2009 insolvent. Ein Insolvenzantrag wurde aber erst Mitte 2011 gestellt.

Für die Teldafax-Geschädigten gibt es aber laut Insolvenzverwalter noch Hoffnung: Anfang 2016 sprach er als Zeuge im Prozess schon von einem Betrag in Höhe von 250 Millionen Euro, den er bei Großgläubigern erstritten habe. Und das soll noch nicht das Ende sein. „Das Verfahren wird weiterhin intensiv betrieben“, sagt ein Sprecher.

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