Prokon musste 2014 wegen Überschuldung und Zahlungsfähigkeit in Insolvenz gehen.

Gläubiger, die ihren Genussrechtserwerb noch vor der Insolvenz angefochten haben, sind mit ihrer Klage gescheitert.

Gläubiger, die den Erwerb von Prokon-Genussrechten noch vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens angefochten haben, werden nach dem Insolvenzplan nicht gegenüber anderen Gläubigern mit Genussrechten bevorzugt. Das hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgerichts entschieden.

Die Kläger hatten zwischen 2009 und 2012 Genussrechte der Prokon erworben. Später erklärten sie die Kündigung und Anfechtung des Genussrechtserwerbs wegen arglistiger Täuschung. Aufgrund dieser Tatsache wollten sie gerichtlich dagegen vorgehen, dass ihnen – wie den anderen Käufern von Genussrechten auch – laut Insolvenzplan keine Barauszahlungsansprüche zustehen. Das Landgericht Itzehoe hat die Klagen in erster Instanz als unzulässig abgewiesen. Der 11. Zivilsenat des Oberlandesgerichts hat die Berufungen aller Kläger gegen die landgerichtlichen Urteile zurückgewiesen.

Der Energieanbieter Prokon hatte 2014 Insolvenz angemeldet. Mit rund 100.000 Gläubigern war die Pleite eines der größten Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Rund 1,4 Milliarden Euro hatten die 75.000 Geldgeber über Genussrechte in dem Unternehmen angelegt.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de

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