In mehreren deutschen Stadien kommt das Bezahlsystem Justpay zum Einsatz.

Die Macher des Bezahlsystems Justpay haben Insolvenz angemeldet. Stadiongäste bangen nun um ihr Karten-Guthaben.

Payment Solution, ein führender Anbieter von elektronischen Bezahlsystemen für Stadien und Arenen, hat Insolvenz angemeldet. „Dieser Schritt ist unvermeidlich geworden, nachdem der Mehrheitsgesellschafter nicht mehr von der nachhaltigen Tragfähigkeit der vorgelegten Zukunftskonzepte für die Payment Solution AG überzeugt werden konnte“, heißt es in einer Mitteilung der Muttergesellschaft Sandpiper Digital Payments. Das eigentliche Insolvenzverfahren sei allerdings noch nicht eröffnet worden, teilte das Unternehmen Ende vergangener Woche mit. Im laufenden Vorverfahren werde zunächst geprüft, ob ein Insolvenzgrund vorliegt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White & Case – er sondiert aktuell die Lage, wie eine Sprecherin der Kanzlei am Montag gegenüber Return bestätigte.

Bei vielen Fußballfans sorgt die Pleite des börsennotierten Hamburger Unternehmens, das für das Bezahlsystem Justpay zuständig ist, dennoch für Unruhe. Ihre Sorge: Das Guthaben ihrer Chipkarten, mit denen sie Essen und Getränke auf dem Stadiongelände bezahlen, könnte bald wertlos sein. Die Arenen mehrerer Fußballvereine – darunter Werder Bremen, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und der FC Augsburg – sind mit dem Bezahlsystem von Payment Solution ausgestattet.

Vereine bemühen sich um Beruhigung

Hertha BSC versuchte vor dem Spiel gegen Leipzig am Wochenende für Beruhigung zu sorgen und richtete sich mit einer Pressemitteilung an die Fans: „Alle Stadionbesucher können ihre Getränke oder Speisen am Samstag mit ihrer Guthabenkarte (…) bezahlen. Hertha BSC befindet sich aktuell in Gesprächen mit der Payments Solution AG, um die Situation und das weitere Vorgehen zu klären. Fest steht aber, dass den Herthanern, die im Besitz einer Justpay-Karte sind, kein Schaden entstehen wird und ihr Geld gesichert ist.“ Damit ist Hertha BSC der vorerst einzige Fußball-Bundesligist, der seinen Anhängern zugesichert hat, für mögliche finanzielle Schäden aufzukommen. „Im härtesten Fall würden wir unseren Zuschauern den Verlust ausgleichen“, sagte ein Vereinssprecher auf dpa-Nachfrage.

Mit ähnlichen Gedanken spielen offenbar auch die Frankfurter. Im Eintracht-Stadion war es am Wochenende zu großem Unmut gekommen: Weil viele Fans die Restbeträge auf ihren Karten einforderten, waren die Kassen in kürzester Zeit leer und die Kioske machten bereits nach der Halbzeitpause dicht. Nach Angaben der White & Case-Sprecherin war das Frankfurter Stadion jedoch das einzige, in dem es zu derlei Komplikationen kam. In allen übrigen mit Justpay ausgestatteten Spielstätten sei der Bezahlvorgang weiterhin reibungslos verlaufen. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann bemühte sich nach dem Spiel darum, die Wogen zu glätten: „Wir wollen nicht, dass unsere Fans und Kunden Schaden nehmen, weil ein dritter Partner in die Insolvenz gegangen ist“, sagte er im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Sollte die Kartenrücknahme der Frankfurter Fans über die Homepage nicht funktionieren, so erwäge der Verein, selbst in die Bresche zu springen.

Bild: Pixabay, Text: Christin Otto

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