Die Digitalisierung sorgt bei einigen Mitarbeitern für Verunsicherung.

Für die Digitalisierung sind entsprechend ausgebildete Mitarbeiter Erfolgsfaktor Nummer Eins. Doch eben da hapert es.

Egal ob auf Mitarbeiter- oder Führungsebene – in Sachen digitaler Wandel hapert es in deutschen Betrieben offenbar an vielen Stellen. Nicht nur dem Management hierzulande mangelt es an Erfahrung und Know-how bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen. Knapp 60 Prozent der deutschen Großunternehmen halten auch ihre Mitarbeiter für nicht ausreichend qualifiziert für den digitalen Wandel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle etventure-Studie. US-amerikanische Betriebe hingegen sind da weiter: Dort sind 90 Prozent der Konzerne schon heute von der digitalen Kompetenz ihrer Angestellten überzeugt.

„Die Befragung zeigt deutlich, dass die deutschen Großunternehmen es bislang versäumt haben, ihre Mitarbeiter fit für den digitalen Wandel zu machen“, erklärt etventure-Geschäftsführer Mathias Weigert. Entsprechend groß sei die Skepsis gegenüber der Digitalisierung innerhalb der Belegschaft. „In 37 Prozent der deutschen Konzerne führen Prozesse zur digitalen Transformation zu Verunsicherung bei den Mitarbeitern“, so Weigert weiter.

Unternehmen setzen auf Schulungen

Für Unternehmen jedoch kann die mangelnde Digitalkompetenz fatale Folgen haben: „Daten intelligent auswerten zu können und Cyberattacken abwehren zu können, sind essentielle Kompetenzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Anja Olsok vom Digitalverband Bitkom. Wer am Markt bestehen will, kommt an der Digitalisierung nicht vorbei – und der wichtigste Erfolgsfaktor für eine gelungene digitale Transformation sind entsprechend ausgebildete Mitarbeiter, bestätigt eine neue Fujitsu-Studie. „Umso wichtiger sind Führungskräfte mit Digital-Kompetenz und unternehmerischem Mindset, die den digitalen Wandel im Unternehmen vorantreiben“, mahnt Mathias Weigert.

Doch darauf allein wollen sich Manager offenbar nicht verlassen. Eine Mehrheit aller Betriebe ab 50 Mitarbeitern will Angestellte in den Bereichen Datenschutz und IT-Sicherheit schulen lassen. Bei knapp der Hälfte der Unternehmen stehen auch Fortbildungen zu intelligenten Datenanalysen und Cloud Computing auf dem Programm. Das hat eine neue Bitkom-Befragung ergeben.

Welche Kompetenzen Unternehmen und deren Mitarbeiter wirklich benötigen, um die digitale Transformation zu gestalten, ist eine Frage, die auch die Wissenschaft zunehmend beschäftigt. Aus gutem Grund: „Die Arbeitswelt wird sich im Zuge der Digitalisierung definitiv verändern. Der Weiterbildungsbedarf wird auf allen Ebenen steigen“, erklärt Holger Hütte, Professor an der Hochschule Weserbergland (HSW), und ergänzt: „Flexibilität durch permanente Weiterbildung wird eine entscheidende Rolle spielen. Man muss auf jede Veränderung schnell reagieren können.“ Die HSW veranstaltet am 8. Juni 2017 eine Tagung unter dem Titel „Digitale Transformation gestalten – Kompetenzen aufbauen!“.

Bild: Robert Kneschke / Fotolia, Text: Christin Otto

Der Beitrag Nicht qualifiziert für den digitalen Wandel erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.