Nach­fol­ge in Fami­li­en­un­ter­neh­men im Osten ein­fa­cher

Die Suche nach dem geeigneten Nachfolger in Familienunternehmen gestaltet sich meist als echte Herausforderung. Gerade zwischen 2018 und 2022 werden viele Familienunternehmen eben genau in dieser Situation sein. Dabei gibt es zwischen den Bundesländern enorme Unterschiede: während es in Westdeutschland mehr Unternehmen gibt, findet sich in Ostdeutschland ein Nachfolger einfacher.

Nachfolge in Familienunternehmen: Eine echte Herausforderung. Bild: ©pixabay
Nachfolge in Familienunternehmen: Eine echte Herausforderung. Bild: ©pixabay

Trotz vieler Unternehmen, kaum Nachfolger in Westdeutschland

Familienunternehmen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg stehen in den kommenden fünf Jahren vor einer großen Herausforderung: Die Suche nach den richtigen Nachfolgern. Obwohl es in diesen Bundesländern die meisten Unternehmen gibt, mangelt es an den Nachfolgern.

Ganz anders sieht es jedoch im Osten Deutschlands aus. „Bezieht man hingegen die Anzahl der Unternehmen und die Unternehmensgrößenstruktur in die Betrachtung ein, so wird sich in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg sowie in Niedersachsen am häufigsten die Frage nach der Unternehmensnachfolge stellen – in Brandenburg hingegen am seltensten“, erklärt Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Von den anstehenden Übergaben werden in Bremen mehr als 1.000 Beschäftigte je 1.000 Unternehmen betroffen sein, in Hamburg rund 845 Mitarbeiter und in Niedersachsen 755 Beschäftigte.

Zwischen 2018 und 2022 werden sich rund 150.000 Unternehmen im Übergabestatus befinden, schätzt das IfM Bonn und bezieht sich dabei auf jene Unternehmen, bei denen anhand des Mindestertragswerts erkennbar ist, dass eine Übernahme ökonomisch sinnvoll und zu erwarten ist. „Ein Vergleich mit der Anzahl der Übergaben, die laut Gewerbeanzeigenstatistik in 2016 erfolgten, zeigt, dass unser Schätzverfahren den tat-sächlichen Umfang an Unternehmensnachfolgen recht gut abbildet“, so Dr. Rosemarie Kay.

Nachfolger kommen weitestgehend aus der eigenen Familie

Vorrangig suchen Unternehmer ihren Nachfolger weiterhin in der eigenen Familie (53 Prozent), wie eine Analyse erfolgter Übergaben zeigt. Eine unternehmensexterne Lösung wählen 29 Prozent und die Übergabe an einen Mitarbeiter 18 Prozent der Übergeber. Gleichwohl warnt die Wissenschaftlerin davor, allein auf eine familieninterne Lösung zu setzen: „Wir beobachten seit geraumer Zeit, dass Familienangehörige immer öfters nicht gewillt oder fähig sind, die Unternehmens-verantwortung zu übernehmen. Nicht zuletzt, weil Unternehmerkinder in der Regel jeden Tag unmittelbar erleben, wie das Unternehmen den Alltag ihrer Eltern dominiert.“

Weitere Informationen zur Unternehmensnachfolge in den Bundesländern befinden sich auf der Website des Institut für Mittelstandsforschung.

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