Badespaß – der ist im Strandbad Weißensee zunächst einmal vorbei.

Weil bei Bauarbeiten ein Rohr zerstört wurde, musste das Strandbad Weißensee schließen. Nun droht die Insolvenz.

Ausgerechnet jetzt, wo das Badewetter mit großen Schritten naht, musste das Berliner Strandbad Weißensee auf unbestimmte Zeit schließen. Der Grund: Durch Bauarbeiten für das Neubau-Projekt „Pure 173“ auf einem nahegelegenem Grundstück wurde das Abflussrohr des Bades zerstört. In der Folge lief das Abwasser in Toiletten, Duschen und Küche nicht mehr ab – die Behörden machten das Bad dicht.

„Wir sind mit allen Beteiligten im Gespräch und arbeiten gemeinsam mit Ämtern, Baufirmen und den Bäderbetrieben an einer zeitnahen Lösung“, erklären die Badbetreiber auf ihrer Seite. Pächter Alexander Schüller trifft die Situation besonders hart. Er hatte das Bad erst zum Mai dieses Jahres aus einer Insolvenz übernommen. Der Schaden am Rohr war zwar schon zwei Tage vor Vertragsunterzeichnung bekannt geworden – da hieß es aber noch, das Ganze könne innerhalb von 48 Stunden behoben werden. Also unterschrieb Schüller die Papiere. Einen Tag später dann der Schock: „Plötzlich hieß es, dass das Ganze doch etwa ein Jahr dauern wird“, berichtet Schüller gegenüber Return. Geschätzter Kostenaufwand für die Reparatur: 125.000 Euro. Hinzukommen 100.000 Euro an Einnahmen, die dem Pächter durch die Schließung entgehen.

Notfallplan denkbar – doch wer zahlt?

Wer für den Schaden aufkommt, ist bisher nicht geklärt. „Sollte bis Ende der Woche keine Einigung darüber erzielt werden, muss ich Insolvenz anmelden, damit meine Angestellten über das Insolvenzgeld zumindest ihre Gehälter ausgezahlt bekommen“, erklärte Schüller gegenüber Return. Rücklagen habe er nicht – schließlich habe er nach der Insolvenz des Vorbetreibers, dem es aufgrund mangelhaften Managements nicht gelungen sei, das Bad in die Schwarzen Zahlen zu führen, Geld in Ausbauten gesteckt.

Einen Plan B hätte Schüller noch in der Tasche: Um das Bad trotz des Rohrschadens nicht komplett schließen zu müssen, hat er errechnen lassen,  inwieweit ein provisorischer Betrieb nach Notfallplan möglich wäre. „Die nächsten vier bis acht Wochen könnten wir mithilfe mobiler Toiletten, Abwassertank und Ausschankwagen überbrücken“, erklärt der Pächter. 35.000 Euro würde diese Übergangslösung kosten. Doch auch für diese Summe müsste zunächst einmal geklärt werden, wer für die Kosten aufkommt.

Bild: jacoblund / Getty Images / iStock. Text: Christin Otto

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