Dass Innovationen für den Erhalt eines Unternehmens ausschlaggebend sind, haben mittlerweile auch Familienunternehmen erkannt. Nur erfolgt die Umsetzung von innovativen Geschäftsmodellen eher unsystematisch.

Über Innovationen in Familienunternehmen. Bild: © DrAfter123 / Getty Images / iStock
Über Innovationen in Familienunternehmen. Bild: © DrAfter123 / Getty Images / iStock

Das Geschäftsmodell: Die Wertschöpfungsarchitektur eines Unternehmens

Gerade mit dem stets steigenden Erfolg von Start-up-Urgesteinen wie Facebook, Uber oder Amazon lässt sich das Thema „Geschäftsmodell“ noch einmal neu aufrollen. Grundsätzlich versteht man unter dem Geschäftsmodell die Wertschöpfungsarchitektur eines Unternehmens. In anderen Worten versteckt sich dahinter die Frage: Wie schafft ein Unternehmen Werte für seine Kunden und wie werden diese in Erlöse umgewandelt?

Bei Start-ups lässt sich das Geschäftsmodell schnell erkennen: Hier ist der Fokus auf dem, was sich die Kunden wünschen. Das heißt, das Produkt und die Umsetzung werden an die Nachfrage der Kunden angepasst. Bei traditionellen Unternehmen und Familienunternehmen sieht das anders aus. Und demnach ist die Frage nach den Geschäftsmodellinnovationen innerhalb von Familienunternehmen eine sehr interessante.

Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM Bonn) ist der Frage nachgegangen und hat überprüft inwiefern Familienunternehmen ihr Geschäftsmodell verändern. Dabei wurde analysiert, in welchen Bereichen die meisten Veränderungen stattfinden.

Veränderungen entstehen mit Zielgruppenerweiterung

Innerhalb der Studie des IfM Bonn bestätigten die befragten Familienunternehmen, dass es hauptsächlich zu Veränderungen des Geschäftsmodells kommt, wenn neue Zielgruppen angesprochen werden sollen. Dabei werden selten die Leistungen oder die Wertschöpfungsprozesse verändert. Auch das Ertragsmodell wird in den meisten Fällen so beibehalten, wie es ist.

Erfolg kommt mit der Veränderung im Wertschöpfungsprozess

In einem zweiten Schritt wurde für die Studie der Erfolg der Innovation in Familienunternehmen überprüft. Von Erfolg spricht man dann, wenn die Marktposition gestärkt wird und die finanziellen Ziele erreicht werden. Grundsätzlich ist laut dem IfM Bonn Erfolg nur vorhanden, wenn es zu Veränderungen des Wertschöpfungsprozesses kommt.

Das ist jedoch in den Familienunternehmen nicht der Fall. Erfolgreiche Unternehmen verkaufen Produkte und Leistungen an Geschäftskunden und verfolgen ein klar strukturiertes Innovationsmanagement, in dem es Anreize für Beschäftigte und Innovationsbudgets gibt, sowie Projektmanagement fokussiert realisiert wird.

Fazit: Ein erster Schritt in Richtung Innovation ist getan

Insgesamt zeigt die Studie des IfM Bonn, dass mittelständische Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt haben und an ihren Geschäftsmodellen arbeiten. Jedoch ist auch zu erkennen, dass sich viele Mittelständler schwer damit tun, ihre Geschäftsmodelle systematisch zu verbessern. Eine klare Vorstellung des eigenen Geschäftsmodells; ein Innovationsmanagement, das diesen Namen verdient, und das Wissen, dass erfolgreiche Innovationen eine Veränderung mehrerer Bereiche des Geschäftsmodells erfordern, mögen erste Schritte sein, um es Facebook und Airbnb gleichzutun.

Der Beitrag Innovationen in Familienunternehmen unsystematisch erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.