Mit der Stauerei Carl Tiedemann ist ein Hamburger Traditionsunternehmen pleite. Bild: © Marco2811 / Fotolia

Das Stauerei-Unternehmen ist zahlungsunfähig. Bei der inzwischen zweiten Insolvenz stehen 162 Jobs auf dem Spiel.

Das Hafen-Traditionsunternehmen Carl Tiedemann, das sein Geld mit dem Verstauen und Befestigen der Ladung auf Schiffen verdient, ist zahlungsunfähig. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hat der 1879 gegründete Familienbetrieb beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Tjark Thies vom Büro Reimer Rechtsanwälte bestellt. Sein Ziel sei es, die Firma zu verkaufen. Geschäftsführerin Carola Zehle, die mehr 40 Jahre die Geschicke bei Carl Tiedemann lenkte und sich den Spitznamen „Hafenlöwin“ erarbeitet hat, ist nur noch formal die Geschäftsführerin.

Die Insolvenz von Carl Tiedemann hatte sich bereits seit längerem angekündigt, denn die Krise schwelt schon seit Jahren. Von 2012 auf 2013 etwa halbierte sich der Umsatz rund von 34 auf etwa 16 Millionen Euro, nachdem 2012 die Containerdepottätigkeit erst in Antwerpen und dann in Hamburg eingestellt wurde. Das Unternehmen klagte über Liquiditätsengpässen. Die Beschäftigten erhielten schon seit Monaten nur noch unregelmäßige Lohnzahlungen, woraufhin viele Mitarbeiter aus Protest nicht mehr an ihren Arbeitsplätzen am Container-Terminal Altenwerder erschienen. Probleme im Betriebsablauf waren die Folge. Daraufhin verlor der Betrieb mit dem Hafenkonzern HHLA schließlich seinen wichtigsten Kunden. „Seitdem haben wir Woche für Woche 180.000 Euro verloren. So blieb uns nur die Insolvenz“, erklärte Carola Zehle dem Abendblatt.

Es ist nicht die erste Pleite im Hause Carl Tiedemann: Bereits Ende Juli musste bereits die Tochterfirma Lasch Company Hamburg mit 116 Mitarbeitern Insolvenz anmelden. Nun stehen stehen erneut mehr als 160 Arbeitsplätze auf der Kippe.

 

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