Berater stehen Unternehmen in verschiedensten Bereichen zur Seite.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die Steuer-, Rechts- und Unternehmensberater weiterhin günstig.

Rosige Aussichten für die Beraterbranche: Nachdem bereits das Jahr 2016 mit einem kräftigen Plus abgeschlossen haben dürfte, wird der Gesamtumsatz der Beratungsunternehmen in 2017 voraussichtlich abermals steigen. Das geht aus dem aktuellen Branchenbericht des Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und des ifo Instituts hervor.

Den Angaben der Umsatzsteuerstatistik zufolge gibt es in den Bereichen Steuerberatung und Wirtschafsprüfung, Rechtsberatung sowie Unternehmens- und Public-Relations-Beratung insgesamt rund 198.000 Praxen und Kanzleien, die zusammen einen Jahresumsatz von gut 75 Milliarden Euro erzielen. Die Branche ist zahlenmäßig stark durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass fast neun von zehn Unternehmen einen Jahresumsatz erwirtschaften, der unter 500.000 Euro liegt.

Positive Umsatz- und Nachfrageerwartungen

Steuerkanzleien unterstützen ihre Mandanten bei der Erfüllung rechtlicher Vorgaben. Bei der Erfüllung handelsrechtlicher Rechnungsvorschriften und bei wirtschaftlichen Prüfungen treten sie allerdings nur dann in Erscheinung, wenn diese Aufgaben nicht den Wirtschaftsprüfern vorbehalten sind. Rechtsanwälte bieten Beratungsdienstleistungen in allen rechtlichen Belangen an, von der Gestaltung von Verträgen bis hin zur Vertretung in Gerichtsverfahren. Das Tätigkeitsspektrum der Unternehmensberater lässt sich in die vier Bereiche Organisations- und Prozessberatung, Strategieberatung, IT-Beratung sowie Human-Resources-Beratung unterteilen.

Gemäß den Ergebnissen des ZEW-Branchenreports sind die Umsatz- und Nachfrageerwartungen bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zum Jahresanfang 2017 vergleichsweise positiv. Vor dem Hintergrund des günstigen Konjunkturumfelds ist in naher Zukunft mit weiter steigenden Honorareinnahmen zu rechnen. Auch bei den Rechtsanwälten, deren Geschäfte relativ konjunkturunabhängig sind, dürfte das Umsatzwachstum anhalten. Die Unternehmensberater profitieren von der zunehmenden Bedeutung der Themen Digitale Transformation, Big Data, Smart Data und Cloud Computing in der Wirtschaft. Ihr Umsatzwachstum dürfte in 2017 erneut über dem Branchendurchschnitt liegen.

Digitalisierung als Herausforderung

Anhaltspunkte zur Bewertung der betriebswirtschaftlichen Verfassung der Branche können der amtlichen Jahreserhebung im Dienstleistungsbereich entnommen werden. Den aktuellen Ergebnissen dieser Statistik zufolge, erzielten die Beratungsunternehmen in 2014 im Mittel ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von rund 34 Prozent der Gesamtleistung. Die insgesamt als gut zu bezeichnende Ertragslage dürfte in den Jahren 2015 und 2016 angehalten haben und angesichts des zu erwartenden weiteren Umsatzanstiegs auch in 2017 andauern.

Die voranschreitende Digitalisierung dürfte für die Beraterbranche längerfristig eine große Herausforderung darstellen. So werden bereits einige Aufgabenfelder durch digitale Systeme und Algorithmen, sogenannte Robo-Advisors, übernommen. Dadurch dürfte sich der Schwerpunkt der Beratung tendenziell weg von der Analyse und hin zur Implementierung bewegen. Klassische Beratungshäuser sind gefordert ihre Geschäftsmodelle an die zunehmend komplexere und volatilere Welt anzupassen und das Beraterprofil neu zu definieren.

Der Beitrag Glänzende Geschäfte in der Beraterbranche erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.