Gel­sen­kir­che­ner Mode­ket­te Biba will sich sanie­ren

Ein Schutzschirmverfahren kann jedoch nur beantragt werden, wenn noch keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt.

Die Hiobs-Botschaften aus der Modebranche reißen nicht ab: Nun ist auch Biba in wirtschaftliche Schieflage geraten.

Verändertes Konsumverhalten und wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel machen auch dem Damenmodenhersteller Biba zu schaffen – so sehr sogar, dass sich das Unternehmen mit Sitz in Gelsenkirchen dazu entschieden hat, beim Amtsgericht Essen einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren in Eigenverantwortung zu stellen. Gleichzeitig betonte Biba-Geschäftsführer Dirk Dreier, dass es sich dabei um eine vorsorgliche Maßnahme handle, um „das Unternehmen umfassend und selbstbestimmt zu sanieren“. Eine Zahlungsunfähigkeit liege nicht vor.

Auf den Betrieb des Unternehmens soll das Schutzschirmverfahren zunächst keinen Einfluss haben. Sowohl der Online-Shop, als auch die Läden laufen unverändert weiter. Die Löhne und Gehälter der rund 490 Biba-Beschäftigten werden in den ersten drei Monaten des Verfahrens durch die Agentur für Arbeit abgesichert. Zudem wird Biba-Chef Dreier von Sanierungsgeschäftsführer Jasper Stahlschmidt vom Düsseldorfer Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp bei der Erstellung eines Restrukturierungskonzeptes unterstützt.

Einzelnen Standorten droht die Schließung

Wie genau das Unternehmen wieder profitabel gemacht werden soll, dazu gibt es bereits erste Ideen und Maßnahmen. Hauptziel sei es, die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Um höhere Umsätze in den Läden zu erzielen, wurde die Kollektion inzwischen neu ausgerichtet. Erhöhte Wertigkeit, besserer Qualitätsstandard und mehr Service sollen verstärkt Kunden locken. „Die neue Kollektion wird von unseren Kundinnen sehr gut angenommen. Der Wechsel in der Kreation zeigt damit erste Erfolge“, bilanziert Geschäftsführer Dreier. Auch der Ausbau des E-Commerce sei geplant.

Ganz ohne Einschnitte wird aber auch die Biba-Sanierung nicht auskommen. Verlustbringende Standorte oder Läden mit negativen Wachstumsprognosen sollen geschlossen werden. Zudem müssen sich einige Mitarbeiter auf Einbußen gefasst machen. Zum Plan gehöre nämlich auch, Personalkosten in den Bereiche zu senken, die überdurchschnittlich hoch im Wettbewerbsvergleich liegen. „Wir werden nun auf die Arbeitnehmervertreter zugehen und gemeinsam konstruktive Lösungen zur Personalkostensenkung ohne Arbeitsplatzabbau finden“, verspricht Dreier.

Bild: olly / Fotolia, Text: Christin Otto

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