Trends in Family Offices. Bild: ©mediaphotos / iStock
Trends in Family Offices. Bild: ©mediaphotos / iStock

Erst kürzlich erschien der Global Family Office Report 2017, der neue Erkenntnisse in Bezug auf die Performance, Anlagen und strukturelle Probleme in Family Offices gibt. Befragt wurden dabei 262 Family Offices mit verwalteten Vermögen in Höhe von durchschnittlich 921 Millionen US-Dollar

Ein Family Office stellt ein Privatbüro einer Familie dar, die ein großes Vermögen besitzt. Die Anzahl der Mitarbeiter, die in dem Büro arbeiten, kann je nach Art und Anzahl der Dienstleistungen, um die es sich kümmert, zwischen einem oder zwei Mitarbeitern und 100 oder mehr Mitarbeitern variieren.

Wir haben die fünf wichtigsten Trends innerhalb der Family Offices zusammengefasst:

1. Steigende Anlagenperformance

Nachdem im Jahr 2015 der Ertrag der Family Offices bei nur knapp 3% lag, sah es 2016 ganz anders aus. Dank der Aktien und Private-Equity-Anlagen, sowie des guten Abschneidens von Immobilien und Hedgefonds, stieg der Ertrag auf 7%.

2. Anlagen in Aktien aus aufstrebenden Märkten werden beibehalten bzw. erhöht

Mittlerweile machen Aktien (27 Prozent) und Private-Equity-Anlagen (20 Prozent) fast die Hälfte des Anlagenportfolios in sogenannten Family Offices aus – mit steigender Tendenz. 40,2 Prozent bzw. 49,3 Prozent wollen hingegen stärker auf Private-Equity-Fonds und Koinvestitionen setzen.

Sara Ferrari, Head of Global Family Office Group, UBS AG, sagte: „Family Offices sind bereit gewisse Risiken einzugehen und langfristig zu investieren. Sie haben diese Möglichkeit sehr gut genutzt. Wie auch andere anspruchsvolle Anleger akzeptieren sie in zunehmendem Masse illiquide Vermögenswerte. Dieser Ansatz ist mutiger und die Vorteile liegen auf der Hand. Nordamerikanische Family Offices investierten mehr als in jeder anderen Region in wachstumsorientierte Strategien. Angesichts ihrer Outperformance zahlte sich dies aus.“

3. Fast die Hälfte (45,7 Prozent) der Family Offices hat noch keinen Nachfolgeplan

Bis zum letzten Jahr stand fest, dass 69% der Family Offices in den nächsten 15 Jahren einen Vermögenstransfer in die nächste Generation haben werden. In der diesjährigen Studie kam jedoch heraus, dass die knappe Hälfte der Unternehmen dafür noch keinen Nachfolgeplan hat. 29,6 Prozent der befragten Unternehmen hat angegeben, zurzeit daran zu arbeiten. Jedes dritte Family Office (32,7 Prozent) hat bereits Nachfolgepläne erstellt, während 14,6 Prozent mündliche Vereinbarungen getroffen aber keine schriftlichen Pläne haben.

4. Ausbildung der Nachfolgegeneration ist enorm wichtig

Gerade die Ausbildung der Nachfolgegeneration ist in Family Offices enorm wichtig. Dabei stehen die folgenden Punkte im Mittelpunkt:

  • Arbeitserfahrung im Family Office (57,9 Prozent)
  • Externe Arbeitserfahrung, etwa bei einer Investmentbank (44,3 Prozent)
  • Strukturierte Investment-Ausbildung (30,7 Prozent)
  • Mitarbeit in den Bereichen Philanthropie und Impact Investing (37,9 Prozent)

Interessant ist auch, dass Ausbildung, Family Governance und Nachfolgeplanung inzwischen den grössten Anteil aller Ausgaben im Bereich der professionellen Dienstleistungen von Family Offices ausmachen.

5. Fokus auf Impact Investing und nachhaltige Anlagen (ESG-Anlagen)

Über 40 Prozent der Family Offices werden voraussichtlich stärker auf Impact Investing und nachhaltige Anlagen (ESG-Anlagen) setzen. Danach wird es in Familien mit Kindern, die nach 1980 geboren sind, ein stärkeres Verlangen nach Beteiligungen im Bereich Impact Investing geben. 62,5 Prozent der Family Offices, die bereits in diesem Bereich tätig sind, engagieren sich über Privatinvestitionen und 56,3 Prozent über Private-Equity-Anlagen. Die beliebtesten Anlagesektoren sind Bildung, Umweltschutz und effiziente Energie- und Ressourcennutzung.

UBS stellt Finanzberatung und -lösungen für vermögende Institutionen und Unternehmen weltweit sowie für Privatkunden in der Schweiz bereit.

Der Beitrag Fünf Trends, die Family Offices bestimmen erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.