Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent gesunken – ein neuer Tiefstand.

Im Jahr 2016 haben die deutschen Amtsgerichte 21.518 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet – 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit wurde der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 erreicht. Das geht aus der heute veröffentlichten Bilanz des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2016 hervor. Auch die Zahl der von der Insolvenz ihres Arbeitsgebers betroffenen Arbeitnehmer ist demnach rückläufig – in diesem Bereich wurde sogar ein Rückgang um acht Prozent verzeichnet. „Die niedrigen Insolvenzzahlen sind ein Spiegelbild der guten Konjunktur und der Niedrigzinspolitik“, so der Insolvenzverwalter und Vorsitzende des Berufsverbandes der deutschen Insolvenzverwalter, Dr. Christoph Niering.

Doch die Zahlen zeigen auch, dass der finanzielle Schaden aller Insolvenzen um rund zehn Milliarden Euro, von 17,3 auf 27,4 Milliarden Euro, gestiegen ist. „Hinter der Statistik verbergen sich dennoch dramatische Veränderungsprozesse. Gerade beim stationären Einzelhandel und hier allem voran im Bereich Mode verändert sich das Konsumverhalten dramatisch. Insolvenzverfahren wie Butlers, Strauss Innovation, René Lezard und andere sind prominente Beispiele der vergangenen Wochen“, so Niering. Dass trotz des Rückgangs der Insolvenzzahlen der Gesamtschaden stark gestiegen ist, zeige nur, dass mehr Unternehmen mit wirtschaftlicher Relevanz Insolvenz angemeldet haben.

Nach Einschätzung des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter wird sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch mittelfristig auf niedrigem Niveau einpendeln. Bei einer anhaltend geringen Arbeitslosenquote wird sich dies auch positiv auf die Zahl der Verbraucherinsolvenzverfahren auswirken.

 

Der Beitrag Fast sieben Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.