Die zehn größ­ten Unter­neh­mens-Come­backs

Viele Unternehmen haben den Kurswechsel in den vergangenen Jahren gemeistert. © JiSIGN / Fotolia

Die Studie „Comeback Kids“ zeigt zehn deutsche Unternehmen, die in einer Krise den Kurswechsel gemeistert haben.

Geraten Unternehmen in Schieflage, muss die richtige Turnaround-Strategie den entscheidenden Kurswechsel herbeiführen. Welche Firmen in den vergangenen sechs Jahren die eindrücklichsten Turnarounds unter den börsennotierten Gesellschaften Deutschlands erreicht haben, hat nun die Studie „Comeback Kids – die Geheimnisse nachhaltiger Wertschaffung in Unter­nehmen“ der The Boston Consulting Group (BCG) analysiert. Den erfolgreichsten Kurswechsel haben demnach folgende zehn Konzerne hingelegt: die Chemieproduzenten Lanxess, Wacker Chemie sowie H&R, der Maschinenbauer Heidelberger Druck, der Leuchtmittelhersteller OSRAM Licht, der Werbeanbieter Stroer, der Elektronikhersteller Siltronic, der Klinikbetreiber MEDICLIN, der Technologiekonzern Rheinmetall und der Automobilzulieferer SGL Carbon.

Die Top-Ten-Unternehmen sind besonders erfolgreiche Krisenbewältiger, die mittlerweile auf stabilem Wachstumskurs sind. Sechs dieser Firmen sind klassische Rückkehrer: Sie verlagerten ihren Investitionsfokus und konnten nach der Krise Umsatz und Ergebnis wieder steigern. Zu dieser Gruppe zählen etwa die Unternehmen OSRAM, Ströer und Siltronic. Die anderen erfolgreichen Krisenbewältiger haben auf die Strategie „Gesundschrumpfen“ gesetzt und so trotz sinkender Umsätze ihre Ergebnisse verbessert. So trennten sich beispielsweise Lanxess und SGL Carbon von unrentablen Geschäftsbereichen und senkten zusätzlich die Kosten. „Die Beispiele zeigen: Negative Entwicklungen erfordern eine Neuausrichtung des Unternehmens, um es wieder nachhaltig auf Erfolgskurs zu bringen. Wichtig ist, dass die Entscheider nicht in Schockstarre verharren, sondern sich trauen, die Positionierung und Strategie des Unternehmens kritisch zu hinterfragen und dann hart umzusteuern“, sagt Ralf Moldenhauer, Senior Partner und Leiter der Praxisgruppe „TURN“ (Transformations-, Turnaround- und Restrukturierungsprojekte) bei BCG in Deutschland.

Die Strategien der untersuchten Unternehmen sind individuell und jeweils abhängig von der Ausgangssituation. Dennoch hat die Analyse fünf typische Strategien klassifiziert, mit denen Unternehmen der Turnaround gelungen ist:

  • Organische Expansion des Kerngeschäfts durch Ausdehnung in neue Märkte und eine Weiterentwicklung des Produktportfolios
  • Anorganisches Wachstum durch gezielten Zukauf von Unternehmen oder Geschäftsfeldern
  • Desinvestition durch Veräußerung von Vermögen, Geschäftsbereichen oder Unternehmensteilen zwecks Fokussierung
  • Fokussierung des Portfolios auf margenstarke Segmente
  • Effizienzoptimierung mithilfe entsprechender Kostensenkungsprogramme

„In der Praxis werden diese Erfolgsstrategien häufig miteinander kombiniert und zahlen aufeinander ein. Desinvestition und Effizienzsteigerungen verschaffen Unternehmen Luft zum Atmen, können aber auch die notwendigen Mittel liefern, um sich in strategisch wichtigen Feldern auszudehnen“, erklärt Studien-Mitautor Georg Beyer, Senior Partner bei BCG und Experte für Industriegüter.

Die unterschiedlichen Strategien der „Comeback Kids“ haben zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt: Bei den Unternehmen, die sich auf margenstarke Segmente konzentrieren und dort auch zugekauft haben, liegen die Ergebnisse über den besten Jahren vor der Krise.

Der Beitrag Die zehn größten Unternehmens-Comebacks erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.