40 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland fürchten Cyber-Risiken. Hackerangriff oder Datenklau zählen sehen sie zu den größten Gefahren für ihren Betrieb. Dennoch arbeitet jede fünfte Firma noch ungeschützt, jedes dritte Unternehmen verzichtet auf regelmäßige Datensicherung. Versicherungsschutz genießen die allerwenigsten.

Hackerangriffe oder Datenklau zählen die meisten Befragten zu den größten Gefahren für ihren Betrieb. Bild: (c) VRD – Fotolia

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle „Gothaer KMU-Studie 2018“. Die Versicherung ließ im Januar gut 1.000 Personen in kleinen und mittleren Unternehmen (bis zu 500 Mitarbeiter) aus 21 Branchen online befragen.

Ein Drittel hält Cyber-Angriff für wahrscheinlich

Danach halten 37 Prozent der Befragten es für wahrscheinlich, dass ihr Unternehmen von Cyber-Kriminalität betroffen sein könnte. Zum Vergleich: Frühere Studie der Gothaer zeigen für 2017 einen Anteil von 34 und 2015 von 30 Prozent. Die Sorge wächst also – und ist berechtigt. Denn laut jüngster Umfrage war bereits jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) Opfer eines Hackerangriffs, Trojaners oder Datendiebstahls.

Vorsicht wäre also geboten. Doch laut Studie klaffen „weiterhin eklatante Lücken“: Jedes fünfte Unternehmen verzichtet noch immer auf Virenschutz, jedes Vierte hat keine Firewall, fast ein Drittel führt keine regelmäßigen Backups durch. Einen Versicherungsschutz für Cyber-Schäden haben laut Gothaer aktuell 13 Prozent (2017: neun Prozent, 2015: sieben Prozent) der Unternehmen.

Risiko-Bewusstsein steigt von Jahr zu Jahr

„Unsere Studien zeigen, dass das Risikobewusstsein und die Angst vor Cyber-Angriffen bei den kleineren und mittleren Unternehmen seit Jahren steigen. Das Risiko, selbst von einem Hackerangriff, Datendiebstahl oder Virenbefall betroffen zu sein, ist von den Unternehmen erkannt. Gleichzeitig wird die Absicherung durch eine Cyber-Police immer noch zu selten genutzt. Wir spüren aber bei jedem öffentlichkeitswirksamen Hackerangriff eine deutlich steigende Nachfrage nach Cyber-Policen“, so Frank Huy, Leiter Financial Lines bei der Gothaer.

Assistance-Leistungen im Schadensfall besonders wichtig

Was wäre den Unternehmen beim Abschluss einer Cyber-Versicherung besonders wichtig? Auf diese Frage antworten 53 Prozent Assistance-Leistungen im Schadenfall wie Datenwiederherstellung und Krisenberatung, 45 Prozent finden ein 24-Stunden-Notfalltelefon wichtig, 41 Prozent möchten Prävention wie Risiko- und Schwachstellen-Analysen, für 33 Prozent ist die Beitragshöhe entscheidend und für 32 Prozent der flexible Versicherungsschutz ein wichtiges Thema, so die Ergebnisse der Umfrage.

Sorge um Computersysteme und Daten nimmt weiter zu

Die Digitalisierung schreitet insbesondere in größeren Firmen voraus. Entsprechend steigt die Wertschätzung von EDV und Daten. Folglich sieht ein Drittel der Befragten (37 Prozent) ihre Computersysteme und Daten als wertvollste Ressource; hier würde ein Schaden die größten Verluste verursachen. An zweiter Stelle folgen Gebäude und Maschinen mit je 18 Prozent. Die Gothaer bietet inzwischen Cyber-Policen auch für kleinere Betriebe an.

Hinweis
Das aktuelle Magazin return, Heft 1/18, widmet sich mit einem Schwerpunkt im Ressort „Hintergrund & Wissen“ dem Thema. Lesen Sie hierzu: „Vorsicht, Verwundbarkeit!“ von Rolf Oppliger (S. 62ff) sowie das Interview mit Bestseller-Autor Marc Elsberg „Mehr IT-Sicherheit kann ein starkes Asset sein“ (S. 66ff). Außerdem findet sich in der Ausgabe 02/17 im Schwerpunkt „Banken und Versicherungen“ ein Beitrag „Risiken schwer vorstellbar“ mit Gothaer-Chef für Unternehmenskunden, Florian Knackstedt (ab S. 22ff).

Der Beitrag Die Sorge vor Cyber-Kriminalität wächst weiter erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.