Alno-Part­ner saniert sich in Eigen­ver­wal­tung

Der deutsche Küchenhersteller Aldo plant eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Bild: © Aldo/ Uwe Spoering

Die Insolvenz des Küchenherstellers Alno trifft nun auch dessen Bonner Geschäftspartner Alno Küchenwelten Reimers.

Die Alno-Pleite zieht Kreise: Nach der Insolvenz des Küchenherstellers Alno ist nun auch die Alno Küchenwelten Reimers GmbH in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die Lieferschwierigkeiten von Alno, bei dem die Produktion gerade erst wieder angelaufen ist, haben bei dem Bonner Küchenfachberater zu einem Liquiditätsengpass geführt. Vorsorglich hat Geschäftsführer Uwe Reimers deshalb einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt, um das Unternehmen umfassend zu sanieren und in Zukunft unabhängiger vom Hersteller Alno zu werden. Das Amtsgericht Bonn hat heute dem Antrag des Unternehmens entsprochen und eine Eigenverwaltung angeordnet.

„Das Verfahren hat das Ziel, das Unternehmen dauerhaft mit dem bestehenden Gesellschafter fortzuführen. Deshalb erhalten unsere Kunden auch weiterhin die bisher bestellten Küchen. Aber auch während des Verfahrens können unsere Kunden neue Küchen bestellen, die auch termingerecht ausgeliefert werden“, erklärt Geschäftsführer Uwe Reimers. Die Verkaufsräume an den drei Standorten in Bonn, St. Augustin und Bergisch Gladbach seien weiterhin und unverändert geöffnet. Die Alno Küchenwelten Reimers ist mit der Alno AG, Pfullendorf, in keinem gesellschaftsrechtlichen Verhältnis verbunden, sondern nutzt lediglich die Marke Alno und vertreibt bisher ausschließlich Alno-Küchen.

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Geschäftsführer Uwe Reimers wird nun zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf) ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmen müssen. Außerdem begleitet der Sanierungsexperte Philipp Künne, Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft, das Unternehmen während des Eigenverwaltungsverfahrens. Buchalik Brömmekamp hat bereits über 100 weitere Unternehmen erfolgreich durch ein Eigenverwaltungsverfahren begleitet. Diese agieren durch das Verfahren gestärkt wieder am Markt.

„Mit den Möglichkeiten des Verfahrens werden wir die Liquiditätssituation deutlich verbessern und so den wesentlichen Sanierungsansatz umsetzen. Vor allem sollen die Kunden in Zukunft aus einem deutlich erweiterten Produktangebot auswählen können“, so Reimers. Die insgesamt 40 Beschäftigten wurden bereits über das Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter sind in den nächsten drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Mit der Eigenverwaltung nutzt die Alno Küchenwelten Reimers die seit 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung unter Insolvenzschutz. Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung bei der bisherigen Geschäftsführung. Sie führen den Sanierungsprozess selbstständig und ohne Insolvenzverwalter aber mit einem zur Seite gestellten Sachwalter durch. Das Bonner Amtsgericht hat als vorläufige Sachwalterin Rechtsanwältin Nada Nasser, Partnerin der Kanzlei Kreplin & Partner, bestellt. Die Sachwalterin übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen.

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