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Windpark Peheim/Karlshof GmbH & Co. KG, Wilhelmshaven

  • Amtsgericht Wilhelmshaven als Gruppengerichtsstand folgt Antrag auf Eigenverwaltung über das Vermögen der Projektgesellschaft
  • Windpark zahlungsunfähig, da dänische Bank Kredite gekündigt hat
  • Generalbevollmächtigter Markus Küthe von Stellmach & Bröckers: „Chancen auf übertragende Sanierung der sieben Windenergieanlagen aussichtsreich“

Die Projektgesellschaft der Windpark Peheim/Karlshof GmbH & Co. KG hat am Gruppengerichtsstand Wilhelmshaven einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. 

Das Amtsgericht Wilhelmshaven ist dem Antrag, ein Insolvenzeröffnungsverfahren in Eigenverwaltung einzuleiten, gefolgt und hat Dr. Moritz Sponagel (M.B.A.) von Dr. Sponagel Rechtsanwälte aus Bremen zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der erfahrene Sanierer Markus Küthe von Stellmach & Bröckers begleitet die Geschäftsführung der Projektgesellschaft in diesem grenzüberschreitenden Verfahren als Generalbevollmächtigter.

„Der Insolvenzantrag in dieser komplexen gesellschaftsrechtlichen und internationalen Gemengelage war geboten, nachdem eine Staatsbank aus Dänemark Kredite an die Windkraftgesellschaft gekündigt hat“, erläutert Küthe. „Nach Analyse der Zahlen, Daten und Fakten gehe ich davon aus, dass eine übertragende Sanierung der sieben Windenergieanlagen an einen strategischen Investor im Rahmen eines eigenverwaltenden Insolvenzverfahrens sehr gute Erfolgsaussichten hat“.

Der Windpark betreibt insgesamt sieben Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 68 Meter und einem Rotordiameter von 62 Meter in Westerstede-Karlshof im Landkreis Ammerland sowie in Molbergen-Peheim im Landkreis Cloppenburg. Sie erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von rund einer Millionen Euro.

Der deutsch-dänische Asset Manager Momentum Gruppen hatte die Verwaltung des Windparks Peheim/Karlshof im Frühjahr 2017 von der International Wind Energy-Gruppe übernommen. Momentum hat sich unter anderem im Bereich Repowering – der grundlegenden Erneuerung und Modernisierung bestehender Anlagen oder dem Austausch älterer Windenergieanlagen gegen moderne, leistungsfähigere Modelle – profiliert.

Der Generalbevollmächtigte Küthe verantwortete zuletzt als eigenverwaltender Vorstand den Verkauf eines Multifunktions-Einkaufszentrums mit Fachmarktzentrum, Gastronomie, einem Multiplex-Kino auf einer Gesamtnutzfläche von über 10.000 Quadratmetern sowie einer Tiefgarage in der Metropolregion Rheinland an Kaufland. Er ist zugleich Generalbevollmächtigter einer exklusiven Pralinen-Manufactur aus Rhede im westfälischen Münsterland.

Über Momentum: Momentum Gruppen A/S (Momentum) ist ein marktführender, umfassender Vermögensverwalter, der alle Aspekte von Solar- und Windprojekten über die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Momentum verfügt insbesondere über fundierte Erfahrungen in allen Phasen eines erfolgreichen Repowering-Projekts sowohl im Bereich Solar als auch Wind. Im Rahmen des Repowering erhöhen die Eigentümer die Leistung und den Ertrag bestehender Anlagen erheblich und verlängern gleichzeitig die Investition um viele Jahre.

Heinrich Fritz Stellmach

Heinrich Fritz Stellmach

Im Insolvenzverfahren Seniorenpark Hammersen GmbH & Co. KG, Werther Straße 78, 46395 Bocholt – Amtsgericht Münster, Az.: 87 IN 61/18 – hat die Geschäftsleitung des Unternehmens Herrn Rechtsanwalt Heinrich Fritz Stellmach aus der Sozietät Stellmach & Bröckers mit der Sanierungsberatung der Gesellschaft beauftragt. Wir haben ein Interview mit Herrn Stellmach geführt.

Herr Stellmach, im Insolvenzverfahren der Firma Seniorenpark Hammersen GmbH & Co. KG wurden Sie durch die Geschäftsleitung des Unternehmens mit der Sanierungsberatung mandatiert. Haben Sie bereits erste Erkenntnisse zum Zustand der Gesellschaft gewinnen können?

Heinrich Fritz Stellmach: Die Gesellschaft beschäftigt sich mit der Herstellung eines exklusiven Seniorenwohnheims, gelegen auf dem ehemaligen Gelände der Spinnerei und Weberei Hammersen, welches unter Denkmalschutz steht. Architektonisch ist das Gebäude eine Rarität, das unbedingt erhaltungs- und restaurationswürdig ist. Die Stadt Bocholt sollte sich ein solch einzigartiges Kulturgut ihrer textilen Vergangenheit bewahren.

Worin sehen Sie die Ursachen für die Einleitung des Insolvenzverfahrens?

Heinrich Fritz Stellmach: Das Projekt des Seniorenwohnheims ist aktuell halbfertig. Evident besteht eine Finanzierungslücke für das Bauvorhaben, die mittels eines Sanierungsprozesses unter Insolvenzschutz bereinigt werden soll. Das eingeleitete Insolvenzverfahren verfolgt ausschließlich den Zweck einer Sanierung und ordnungsgemäßen Fertigstellung des Projektes.

Lässt sich die Größenordnung der Finanzierungslücke bereits heute quantifizieren?

Heinrich Fritz Stellmach: Nicht abschließend, aber nach ersten Hochrechnungen wird frisches Kapital von rund 15.0 Mio. Euro benötigt, um das Seniorenwohnheim geordnet und schlüsselfertig erstellen zu können. Erste Verhandlungen über die Bereitstellung eines solchen Kredites sind bereits in die Wege geleitet. Mit einem Ergebnis für die Bereitstellung frischen Kapitals rechne ich Ende Oktober.

Bedeutet ein solcher Kredit, dass daraus alle Gläubiger vollständig befriedigt werden können?

Heinrich Fritz Stellmach: Mitnichten, die Bereinigung einer solchen Finanzierungslücke im Rahmen eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens bedeutet immer Kapitalschnitt. D.h., ohne Forderungsausfälle bzw. einvernehmliche Forderungsverzichte der beteiligten Gläubiger kann der angestrebte Sanierungsprozess für das Projekt unmöglich erfolgreich umgesetzt werden.

Wie sieht dabei Ihre Rolle als Sanierungsberater aus?

Heinrich Fritz Stellmach: Sanierung unter Insolvenzschutz erfordert in diesem speziellen Fall in erster Linie Moderation und Vermittlung zwischen den beteiligten Kreditinstituten, den Lieferanten und Handwerkern sowie den insgesamt 121 Investoren. Teilweise haben die Investoren für die Wohneinheiten des Objektes Kaufpreise bis zu 400 TEUR bezahlt. Alle Absprachen und Sanierungsmaßnahmen müssen in enger Abstimmung mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter erfolgen. Mit juristischen Finessen ist eine erfolgreiche Sanierung dieses Mandates nicht umsetzbar, gefragt ist ein Mix aus Verlässlichkeit in die Fertigstellung des Objektes und Verhandlungsgeschick.

Wie beurteilen Sie die Aussichten der Sanierung? Rechnen Sie mit einer zeitnahen Lösung und Fortsetzung der Bauarbeiten für das Seniorenwohnheim?

Heinrich Fritz Stellmach: Genau das ist der Grund, weshalb sich die beteiligten Gläubiger und die Geschäftsleitung des Unternehmens für die Sanierungsexpertise der Sozietät Stellmach & Bröckers entschieden haben. Das Sanierungsteam unseres Büros wird in enger Zusammenarbeit mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter alle Anstrengungen unternehmen, das Projekt erfolgreich durchzuführen. Es ist geplant, bereits in Kürze damit zu beginnen, das Objekt winterfest zu machen. Ich rechne damit, dass in Abstimmung mit allen Verfahrensbeteiligten das Projekt Seniorenwohnheim Hammersen bis Ende des Jahres 2019 schlüsselfertig an die Investoren übergeben werden kann.

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