• Markus Küthe von Stellmach & Bröckers zum Sanierungs-Geschäftsführer berufen
  • Im Restrukturierungsprozess empfindlich zurückgeworfen
  • Stefan Meyer von PLUTA zum vorläufigen Sachwalter bestellt

Osnabrück, 29. September 2020

Der Sanierungs-Geschäftsführer des Schuhhändlers CCC Germany GmbH, Markus Küthe von Stellmach & Bröckers Rechtsanwälte, hat beim zuständigen Amtsgericht Osnabrück einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht folgte dem Antrag und bestellte den Restrukturierungsexperten Stefan Meyer von PLUTA zum vorläufigen Sachwalter.

„Durch die staatlich angeordneten Maßnahmen des Lockdowns zur Bekämpfung der weltweiten Pandemie wurde die CCC Germany mitten in ihrem Restrukturierungsprozess empfindlich zurückgeworfen“, erläutert Peter M. Wolf, seit April 2019 Geschäftsführer der CCC Germany GmbH, die aktuelle Lage. 

Der Geschäftsbetrieb der Filialen wird fortgeführt. Parallel dazu will Küthe, seit vergangene Woche Sanierungs-Geschäftsführer der CCC Germany GmbH, mit Unterstützung der vorläufigen Sachwaltung zügig an die anspruchsvollen Gespräche mit Geschäftspartnern über mögliche Sanierungs-Beiträge anknüpfen: „Die besonderen unternehmerischen Herausforderungen bei der CCC Germany liegen unter anderem  in großen Verkaufsflächen bei überwiegend hohen Mieten“, fasst Küthe seine ersten Erkenntnisse zusammen.

Die weitläufigen Flächen der CCC-Schuhgeschäfte sind vorwiegend in Top-Lagen von Einkaufszentren oder Shopping-Arcaden angesiedelt. Besucherfrequenz und Umsätze kamen nahezu zum Erliegen, nachdem Einkaufszentren und viele Flächen geschlossen werden mussten. Zwischenzeitlich durften die Filialen Schritt für Schritt unter Auflagen wieder geöffnet werden, jedoch bleiben viele davon weit von einem Normalbetrieb entfernt. Erhoffte Nachholeffekte realisieren sich bislang nicht. Umsätze blieben auf diesen Flächen in den Sommermonaten weit hinter den Erwartungen zurück. 

Zu CCC Germany GmbH

Seit 2019 befindet sich die CCC Germany GmbH einen Restrukturierungsprozess, bei dem für die CCC-Stores wirtschaftlich tragbare Anschluss- oder Fortführungslösungen entwickelt und umgesetzt werden sollen. Die Gesellschaft betreibt keinen eigenen Online-Shop. Zuletzt erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro. In den 65 Verkaufsläden sind rund 470 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Die HR Group ist seit Ende 2018 Gesellschafterin der selbständigen Tochtergesellschaft und ist von dem Antrag auf Eigenverwaltung der CCC Germany GmbH nicht betroffen.

Über Stellmach & Bröckers

Die Sozietät Stellmach & Bröckers konzentriert sich darauf, Schwachstellen und Krisenszenarien ihrer Auftraggeber zu analysieren, um individuelle Sanierungs- und Restrukturierungskonzepte zu entwickeln.

Die Sozietät verfügt über jahrelange Sanierungskompetenz und unzählige Erfahrungen in der Bewältigung von Unternehmenskrisen. Das Team aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern operiert in einem weit­ verzweigten Netzwerk, dessen Fokus auf die Sanierung angeschlagener Unternehmen ausgerichtet ist.

Restrukturierung und Sanierung sowohl innerhalb als auch außerhalb einer Insolvenz gehören zu den Schwerpunkten der Sozietät: Zu den Erfolgen des Sanierungs-Geschäftsführer Küthe gehören unter anderem die Sanierung von SinnLeffers (heute firmierend unter SiNN GmbH), des eCommerce-Händlers Gärtner Pötschke und der REII – Development AG, die das Einkaufszentrum DormaCenter in Dormagen betrieb. Dort verantwortete Küthe als eigenverwaltender Vorstand den Verkauf eines Multifunktions-Einkaufszentrums mit Fachmarktzentrum, Gastronomie, einem Multiplex-Kino auf einer Gesamtnutzfläche von über 10.000 Quadratmetern sowie einer Tiefgarage in der Metropolregion Rheinland an Kaufland.

Über PLUTA

PLUTA hilft Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich schwierigen Situationen. Seit der Gründung 1982 ist PLUTA stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien und Italien. Mehr als 290 Kaufleute, Betriebswirte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsjuristen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Ökonomen, Bankfachwirte, Buchhalter, Ingenieure und Fachkräfte für Insolvenzverwaltung, darunter viele mit Mehrfachqualifikationen, sorgen für praktikable, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. PLUTA unterstützt insbesondere bei der Sanierung und Fortführung von Unternehmen in Krisen oder Insolvenzsituationen und entsendet bei Bedarf auch Sanierungsexperten in die Organstellung. PLUTA gehört zur Spitzengruppe der Sanierungs- und Restrukturierungsgesellschaften, was Rankings und Auszeichnungen von INDat, JUVE, The Legal 500, Who’s Who Legal, brandeins, Wirtschaftswoche, Focus und ACQ 5 Law Award belegen. Weitere Infos unter www.pluta.net.

Zu Anfang Juli 2020 begrüßen wir den erfahrenen Sanierungsexperten und Rechtsanwalt Tim Langstädtler als Partner bei Stellmach & Bröckers. Er kommt von Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Düsseldorf, wo er seit 2016 als Projektleiter für diverse Eigenverwaltungsverfahren sowie in der Restrukturierungs- und Sanierungsberatung tätig war. Darüber hinaus bringt Herr Langstädtler eine über 10-jährige Erfahrung als Insolvenzverwalter mit.

Rechtsanwalt Langstädtler wird zukünftig den Standort Osnabrück leiten und einen weiteren Standort in Hamburg aufbauen. Mit seinem Zugang wird Stellmach Bröckers seine Beratungskompetenzen auf dem Gebiet der Sanierung und Restrukturierung in Norddeutschland weiter ausbauen.

Herr Langstädtler ist seit bald über 20 Jahren im Insolvenzbereich als Rechtsanwalt tätig. Seine vertieften Kenntnisse in der Analyse von Krisenursachen, der Strategieplanung inklusive der Neuausrichtung bis zur Entwicklung von Sanierungskonzepten konnte er bei der Erstellung von zahlreichen Insolvenzplänen bereits erfolgreich umsetzen. Dabei begleitete er die Unternehmen verschiedenster Branchen im Rahmen der Eigenverwaltung auch als Generalbevollmächtigter bzw. Interimsgeschäftsführer (CRO) oder als Insolvenzverwalter in den Regelinsolvenzverfahren. „Mit der Sanierung der Unternehmen  im Rahmen einer Insolvenzplanlösung ist der langfristige Erhalt der Unternehmen, der Gesellschafterstruktur, der Arbeitsplätze sowie eine bestmögliche Gläubigerbefriedigung verbunden. Die Möglichkeiten eines Insolvenzplanes werden heutzutage leider noch viel zu selten ausgenutzt.“, erklärt der neue Partner Tim Langstädtler. 

Stellmach & Bröckers  hat sich als Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und Sanierung unter dem Schutz der Insolvenzordnung bereits in der Vergangenheit am Markt etabliert und zahlreiche Unternehmen, insbesondere im Rahmen der Eigenverwaltung, bei diesem Weg begleitet. Mit dem neuen Partner Herrn Langstädtler soll  dieser Weg weiter fortgesetzt werden. Darüber hinaus wird der Generationenwechsel eingeleitet, damit die Sozietät auch zukünftig für die neuen Herausforderungen optimal  aufgestellt ist. 

Qualifizierte Sanierungsexperten

Diese Gemeinschaft aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern mit Hauptsitz im westfälischen Bocholt ist im Umbruch: „Wir befinden uns im Wandel“, sagt mit Heinrich Fritz Stellmach neben Jürgen Bröckers einer der beiden erfahrenen Gründer und verweist als Symbol dafür auf sein Kanzlei-Team „im guten Mix aus einer jüngeren und einer älteren Generation“. Der Wandel führt zum Wachstum, belegt der weitere Standort in Düsseldorf. Quelle: return – Magazin für Transformation und Turnaround, Nr. 03/20. return-03-2020_HW-Kanzleien-Serie


PRESSEMITTEILUNG

Sanierungsexperten Dr. Georg Heidemann und Markus Küthe neue Partner der Sozietät Stellmach & Bröckers

• Ziel sind individuelle Sanierungs- und Restrukturierungskonzepte in der Metropolregion Rhein-Ruhr
• Unter neuer Flagge Kompetenzen in der Wirtschaftsregion Düsseldorf bündeln
• Weiteres Büro am Top-Standort für Rechtsberatung in Deutschland eröffnen

Bocholt/Düsseldorf, 7. Mai 2020

Die erfahrenen Sanierungsexperten Dr. Georg Heidemann (50) und Markus Küthe (46) sind neue Partner der auf Restrukturierungen und Sanierungen spezialisierten Sozietät Stellmach & Bröckers. Die am Markt etablierte und anerkannte Sanierungsboutique ist bislang an den Standorten Bocholt, Hannover, Krefeld und Osnabrück vertreten.

„Wir bündeln unsere Kompetenzen unter neuer Flagge auch in der Metropolregion Rhein-Ruhr und eröffnen im dritten Quartal 2020 ein Büro im Wirtschaftszentrum Düsseldorf“, erklärt Heidemann, der vor seiner Tätigkeit als Sanierer zehn Jahre lang Geschäftsführer eines Familienunternehmens war. Nach Aufgaben als Rechtsanwalt bei Niering Stock Tömp Rechtsanwälte und Kebekus et Zimmermann ist der Wirtschaftsjurist und Fachanwalt für Insolvenzrecht nun Partner der Sozietät Stellmach & Bröckers.

„Eine kompetente Vertretung am Top-Standort für Rechtsberatung in Deutschland ist die Chance für Stellmach & Bröckers, weiter zu wachsen“, erläutert Küthe. „Wir haben die Landeshauptstadt als Schreibtisch des Ruhrgebiets kennen- und schätzen gelernt und wollen uns mit individuellen Sanierungs- und Restrukturierungskonzepten an Rhein und Ruhr und darüber hinaus weiter etablieren“. Zu seinen letzten Mandaten gehörten unter anderem SinnLeffers (heute firmierend unter SiNN GmbH), der eCommerce-Händler Gärtner Pötschke und die REII – Development AG, die das Einkaufs-zentrum DormaCenter in Dormagen betrieb.

Der Gründer der Sozietät, Heinrich Fritz Stellmach (68), freut sich über die Verstärkung der Sozietät: „Vierzig Jahre nach Gründung der Sozietät ist es auch an der Zeit, an den Generationenwechsel zu denken“, kommentiert er den neuen Standort. „Als langjähriger Sanierungsexperte ist völlig klar, dass man das idealerweise aus einer Position der Stärke umsetzt“.

Zu Stellmach & Bröckers:
Die Sozietät Stellmach & Bröckers, 1981 von Heinrich Fritz Stellmach gegründet, beschäftigt aktuell 40 Mitarbeiter und konzentriert sich darauf, Schwachstellen und Krisenszenarien ihrer Auftraggeber zu analysieren, um individuelle Sanierungs- und Restrukturierungskonzepte zu entwickeln.
Die Sozietät verfügt über jahrelange Sanierungskompetenz und unzählige Erfahrungen in der Bewältigung von Unternehmenskrisen. Das Team aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern operiert von den Standorten Bocholt, Hannover, Krefeld und Osnabrück in einem weitverzweigten Netzwerk, dessen Fokus auf die Sanierung angeschlagener Unternehmen ausgerichtet ist. Restrukturierung und Sanierung sowohl innerhalb als auch außerhalb einer Insolvenz gehören zu den Schwerpunkten der Sozietät, die mit Georg Heidemann und Markus Küthe zwei ausgewiesene Sanierungs- und Insolvenzfachleute gewonnen hat.

Ansprechpartner:
Christin Köppe
Salierstraße 4
46395 Bocholt
Tel.: +49 (0) 28 71 / 95 70 820
Fax: +49 (0) 28 71 / 95 70 829

Stellmach & Bröckers verstärkt sein Team. Neuer Partner ist Dr. Georg Heidemann. Der Fachanwalt für Insolvenzrecht hat den Tätigkeitsschwerpunkt Sanierung und Restrukturierung. Gleiches gilt für Markus Küthe. Auch er ist neuer Partner in der Sozietät. Dritter im Bunde ist Michael Schlottbom. Schlottbom ist Steuerberater (CISA) und hat die Tätigkeitsschwerpunkte Rechnungswesen und Digitalisierung.

Dr. Heidemann
Küthe
Schlottbom

Das Magazin “Wirtschaft aktuell” hat in seiner Ausgabe 2/2018 Heinrich Stellmach zu den Änderungen im Insovenzrecht interviewt. Hier das Interview im Wortlaut und in der Original-Druckversion

Vom Pathologen zum Therapeuten

Einen stärkeren Einfluss der Gläubiger auf die Auswahl des Insolvenzverwalters und die Vereinfachung des Zuganges zur Eigenverwaltung soll seit 2011 die Sanierung angeschlagener Unternehmen vereinfachen. Wir sprachen mit Heinrich Stellmach, Mitbegründer und Partner der Sozietät Stellmach & Bröckers mit Standorten in Bocholt, Münster, Osnabrück und Krefeld, der seit 35 Jahren Unternehmenskrisen aller Art managt.

Herr Stellmach, Sie haben sich als Insolvenzverwalter einen Namen gemacht. Als was verstehen Sie sich heute?
Das Berufsbild des klassischen Insolvenzverwalters hat sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren grundlegend verändert. Das alte Berufsbild des Insolvenzverwalters, der im Auftrag des Gerichtes quasi als Vollstreckungsbeamter alle vorhandenen Werte eines Unternehmens bestmöglich liquidiert und die Erlöse an die Gläubiger verteilt, ist ein Auslaufmodell. Moderne Insolvenzverwaltung heute bedeutet betriebswirtschaftliche Kompetenz, Sanierung und Restrukturierung in enger Abstimmung und Kommunikation mit den Hauptgläubigern des Unternehmens. Die Regularien des neuen Insolvenzrechtes bieten hervorragende Möglichkeiten, mit höchster Geschwindigkeit Unternehmen in der Krise zu restrukturieren und neu auszurichten.

Also bildlich gesprochen ein Wandel vom Pathologen zum Diagnostiker und Therapeuten?
So ähnlich kann man das sagen. Der Insolvenzverwalter alter Prägung war ein Abwickler, ein Vollstrecker, der primär mit juristischem Sachverstand den Ablauf eines Insolvenzverfahrens bestimmte. Im Gegensatz dazu ist heute für die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens in erster Linie betriebswirtschaftliche Expertise gefordert, um Schwachstellen des Unternehmens zu analysieren und ein schlüssiges Sanierungskonzept zu erstellen. Heute ist die Zielsetzung eines Insolvenzverfahrens in erster Linie darauf ausgerichtet, mittels eines detaillierten Sanierungskonzeptes den betriebswirtschaftlichen Gleichklang eines Unternehmens wiederherzustellen.

Woran hakt es denn bei den meisten Unternehmen, die in Schieflage geraten?
Meistens sind es Veränderungen des Marktes. Oftmals haben sie die Digitalisierung total verpasst oder Probleme mit ihrem Produkt. Sehr häufig sind es aber auch interne Ursachen. Die fangen in der Spitze an. Manchmal erweist sich die Geschäftsführung für die Leitung, für die Motivation und die Führung eines Unternehmens sowohl nach innen als auch nach außen als ungeeignet. Heutzutage ist in einem modernen Insolvenzverfahren die Erstellung einer Schwachstellenanalyse des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Nur aus der Offenlegung finanzwirtschaftlicher oder betriebswirtschaftlicher Schwachstellen können die zutreffenden Schlussfolgerungen für eine nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens getroffen werden. Dabei werden oftmals auch Schwächen im Management oder innerhalb der Führungsriege eines Unternehmens offengelegt. Ein erfolgreicher Turnaround kann in einem Unternehmen nur mit einer loyalen und voll motivierten Belegschaft gelingen, die bereit ist, mit vereinten Kräften die definierten Sanierungsziele umzusetzen.

Ist in einem solchen Fall nicht vor allem ein rechtzeitiges Eingreifen wichtig?
Wir haben oft beobachtet, dass Unternehmen oder Geschäftsführer den rechtzeitigen Zeitpunkt für die Einleitung eines Sanierungsprozesses verpassen. Sobald eine Ertrags- oder Liquiditätskrise eines Unternehmens sichtbar wird, sollte schnellstmöglich eine qualifizierte Sanierungsberatung eingeholt werden. Oftmals ist nur ein externer Berater in der Lage, nüchtern und ungeschminkt die reale Situation eines Unternehmens zu beurteilen. Ist eine echte Unternehmenskrise erkennbar, ist schnelles und konsequentes Handeln der Geschäftsleitung unverzichtbar. Wird die Einleitung eines notwendigen Sanierungsprozesses zu lange hinausgezögert, werden erfahrungsgemäß nach und nach nahezu sämtliche Geschäftsfelder des Unternehmens beschädigt mit der Konsequenz, dass sich die Sanierungschancen für das operative Geschäft deutlich verschlechtern. Insofern muss bei Erkennen einer Unternehmenskrise die Geschäftsleitung unter Inanspruchnahme qualifizierter Beratung einen Sanierungsprozess einleiten.

Ist das der Grund, warum Sie in Ihrer Sozietät neben Anwälten auch Wirtschaftsprüfer, Bankfachwirte, Steuerberater und Sanierungsexperten beschäftigen?
Genau. Eine juristische Qualifikation alleine ist heute zu wenig, um der Aufgabe einer Sanierung und Restrukturierung eines Unternehmens gerecht zu werden. Der Insolvenzverwalter alter Prägung konnte sich auf das Fachwissen seiner juristischen Ausbildung zurückziehen. Der Insolvenzverwalter von heute dagegen ist als Sanierungsexperte zum überwiegenden Teil unternehmensberatend tätig. Neben juristischen Grundkenntnissen erfordert die moderne Insolvenzverwaltung eine betriebswirtschaftliche Expertise, die die gesamte Bandbreite der geschäftlichen Abläufe eines Unternehmens abdeckt. Dazu gehört neben betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und kaufmännischem Einfühlungsvermögen insbesondere die Befähigung, die Umsetzbarkeit eines Sanierungsprozesses in Abstimmung mit den Gläubigern eines Verfahrens beurteilen zu können. Aus diesem Grunde setzt die Sozietät Stellmach & Bröckers für den Bereich Sanierung und Restrukturierung neben juristischer Beratung im Schwerpunkt betriebswirtschaftliche Beratung auch auf die Prüfungskompetenz erfahrener Wirtschaftsprüfer.

Wie wichtig ist Branchenwissen?
Branchenwissen und praktische Erfahrung sind immer gut. Aber oftmals sind die Ursachen einer Krise nicht branchenspezifisch oder -typisch. Sie haben fast immer die gleichen Strukturen: interne Probleme, Personalprobleme, Qualitätsprobleme oder Überkapazitäten. Oftmals liegen die Schwächen im Management. Häufig ist auch das Geschäftsmodell zu einseitig, es ist nicht diversifiziert genug. Manchmal hapert es auch am Service. Heute ist der Kunde extrem fokussiert auf perfekten und schnellen Service. Jedes Unternehmen, das in diesem Punkt Schwachstellen aufweist, wird im Markt zurückgedrängt. Der Endkunde will einfach Transparenz und perfekten Service, und beides bekommt er oft nicht.

Der Gesetzgeber hat 2011 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen – kurz ESUG – erlassen. Das kennt in der Öffentlichkeit kaum jemand, oder?
Ja das stimmt, aber genau das hat diesen Wandel ausgelöst. Mit Einführung des ESUG ist im Grunde genommen das alte Vollstreckungsrecht der Insolvenzordnung abgelöst worden durch den Leitgedanken einer Sanierung und Restrukturierung notleidender Unternehmen. Und die Rolle der Gläubiger wurde gestärkt. Denn die suchen sich ihren Insolvenzverwalter vielfach selbst aus.

Führt das auch bei Ihnen in der Branche zu mehr Wettbewerb und verschärfter Konkurrenz?
Ja, die Gläubiger entscheiden in größeren Verfahren darüber, wer dieses Verfahren führt, wer der Verwalter und der Sanierungsexperte ist. In solchen Fällen haben die Gerichte mehr oder weniger nur noch die Funktion einer Moderation und Überwachung. Wir betrachten das als großen Vorteil. Denn die Gläubiger – insbesondere die beteiligten Großgläubiger wie Banken und Kreditversicherungen – sind sehr gut in der Lage, genau zu differenzieren, welches Büro und welcher Sanierungsexperte für das jeweilige Unternehmen am besten geeignet ist.

Udo Jürgens hat mal gesungen: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Sie starten, so scheint es, in diesem Alter noch mal richtig durch. Warum?
Zunächst einmal gibt es für Insolvenzverwalter keine Altersgrenzen. So lange Sie sich gesundheitlich, also körperlich und mental fit fühlen, so lange können Sie diesen Beruf auch ausüben. Und wenn Sie einen umfassenden und breiten Erfahrungsfundus haben, wäre es einfach nur Vergeudung zu sagen, ich hör jetzt auf, lese nur noch die Frankfurter Allgemeine und beschäftige mich mit meinen Aktien. Also mache ich weiter.