Bericht des Bocholter-Borkener Volksblattes vom 9. April 2020 auf der Lokalseite Rhede.

Pralinen_Manufactur_11.04.2020

Werbeagentur Firma Kontrast Communication Services GmbH, Plange Mühle 5, 40221 Düsseldorf, unter Insolvenzschutz

Die alteingesessene Werbeagentur im Medienhafen Düsseldorf befindet sich seit dem 31.03.2020 in einem Sanierungsprozess unter Insolvenzschutz. Das im Jahre 1991 gegründete Unternehmen ist für zahlreiche renommierte Geschäftspartner als Werbeagentur tätig. Aktuell werden 85 Mitarbeiter beschäftigt.

Geplant ist eine umfassende Sanierung der Gesellschaft auf der Grundlage eines Insolvenzplans. Der Sanierungsprozess wird geleitet durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Georg Heidemann, Partner der Sozietät Stellmach & Bröckers PartGmbB, der mit Einleitung des Verfahrens zum Generalbevollmächtigten bestellt wurde.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat zum vorläufigen Sachwalter bestellt Herrn Rechtsanwalt Dr. Jan-Philipp Hoos, Kanzlei White & Case, Graf-Adolf-Platz 15, 40213 Düsseldorf.

Herr Rechtsanwalt Dr. Georg Heidemann, ausgewiesener Spezialist für Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren, sieht gute Aussichten für einen erfolgreichen Turnaround der Gesellschaft. Sein Kommentar zur aktuellen Situation:

„Voraussichtlich kann der laufende Sanierungsprozess mit einer Aufhebung des Insolvenzverfahrens bereits Ende September 2020 erfolgen.“

Titelthema der Ausgabe 1/2020 des Magazins return

Rechtzeitiges Abbiegen zum Wendemanöver: Unternehmen erhalten die Chance, sobald die EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt ist, sich mithilfe der präventiven Restrukturierung außergerichtlich in einem nicht-öffentlichen Verfahren zu sanieren — also sich effizient, unbürokratisch und kostengünstig neu aufzustellen. Der Tumaround kann aber nur gelingen, wenn Unternehmen frühzeitig dieses Verfahren nutzen und nicht bis zuktzt auf die Rettung aus eigener Kraft hoffen….

Titelreport

Die Gesellschaft DF-Shopping GmbH durchläuft zurzeit einen Sanierungsprozess unter Insolvenzschutz. Die Sanierung erfolgt auf der Grundlage eines Insolvenzplans, der zwischenzeitlich beim Insolvenzgericht Amtsgericht Münster eingereicht wurde. 

Der Insolvenzplan ist demnächst unter dem internen Informationssystem vollständig einzusehen.

Das Amtsgericht Mönchengladbach hat bezüglich der Gesellschaften der OPW-Unternehmensgruppe Eigenverwaltungsverfahren angeordnet. Der Sanierungsprozess wird rechtlich und wirtschaftlich betreut durch die Sozietät Stellmach & Bröckers, Salierstraße 4, 46395 Bocholt.

Die Berater der Sozietät S & B gehen davon aus, dass spätestens Anfang des Jahres 2020 mit der Unterstützung eines Investors der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und fortgesetzt werden kann.

Der Verein Kolpinghaus Bocholt e.V. hat beim Amtsgericht Münster den Antrag auf Einleitung eines Sanierungsprozesses in Eigenverwaltung gestellt. Betroffen sind der Gastronomie- sowie Hotelbetrieb des Vereins gelegen in unmittelbarer Nähe des Europaplatzes. Zurzeit werden in dem Unternehmen ca. 40 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zielsetzung ist eine umfassende Sanierung des Geschäftsbetriebs, der zurzeit durch die beiden Banken Volksbank Bocholt eG und Stadtsparkasse Bocholt finanziert wird. Beide Banken sind eng eingebunden in den Sanierungsprozess und haben ihre finanzielle Begleitung und Unterstützung zugesagt. Sowohl der gastronomische Betrieb als auch der Hotelbetrieb werden vollumfänglich fortgeführt.

Im Rahmen des gerichtlichen Eigenverwaltungsverfahrens bleiben die zurzeit vorhandenen Vorstände des Vereins weiterhin erste Ansprechpartner im Außenverhältnis. Beraten wird der Verein Kolpinghaus Bocholt e.V. durch die Sozietät Stellmach & Bröckers, Bocholt. Nach Auskunft der Sozietät Stellmach & Bröckers soll mittels eines Insolvenzplans eine grundlegende finanzwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Bereinigung des Geschäftsbetriebs durchgeführt werden. Die zurzeit beschäftigten Mitarbeiter werden weiterbeschäftigt. Kündigungen für Mitglieder der Belegschaft sind nicht vorgesehen.

Cenk Eryilmaz
Cenk Eryilmaz

Cenk Eryilmaz ist seit dem 1. September 2018 Geschäftsführer bei Nya Nordiska

Nya Nordiska hat einen hervorragenden Ruf in der Branche. Seit 1964 entwirft und verlegt die Unternehmensgruppe hochwertige Dekorations- und Möbelbezugsstoffe. Doch die Geschäfte wurden im Laufe der Jahre immer schwieriger. Anfang 2018 drohte die Zahlungsunfähigkeit. Das Amtsgericht Uelzen leitete ein Sanierungsverfahren in Eigenregie ein. Als Berater wurden die Experten der Sozietät Stellmach & Broeckers hinzugezogen.

Seit dem 1. September ist nun Cenk Eryilmaz Geschäftsführer bei Nya Nordiska. In einem Interview mit dem Magazin Eurodecor erklärte er, dass das Unternehmen langsam wieder zu alter Stärke zurückfinde und auf einem guten Wege sei. Basis der positiven Entwicklung war eine umfangreiche Analyse und ein schnelles Eingreifen der Sanierer. Zunächst wurde das Liquiditätsproblem behoben. So regelte sich auch der Warenfluss wieder. Damit verbunden war die Wiederherstellung der Lieferfähigkeit. Inzwischen ist Cenk Eryilmaz hauptsächlich damit beschäftigt Nya Nordiska modern aufzustellen.

Hier können Sie das Originalinterview downloaden und lesen

 

Heinrich Fritz Stellmach

Heinrich Fritz Stellmach

Im Insolvenzverfahren Seniorenpark Hammersen GmbH & Co. KG, Werther Straße 78, 46395 Bocholt – Amtsgericht Münster, Az.: 87 IN 61/18 – hat die Geschäftsleitung des Unternehmens Herrn Rechtsanwalt Heinrich Fritz Stellmach aus der Sozietät Stellmach & Bröckers mit der Sanierungsberatung der Gesellschaft beauftragt. Wir haben ein Interview mit Herrn Stellmach geführt.

Herr Stellmach, im Insolvenzverfahren der Firma Seniorenpark Hammersen GmbH & Co. KG wurden Sie durch die Geschäftsleitung des Unternehmens mit der Sanierungsberatung mandatiert. Haben Sie bereits erste Erkenntnisse zum Zustand der Gesellschaft gewinnen können?

Heinrich Fritz Stellmach: Die Gesellschaft beschäftigt sich mit der Herstellung eines exklusiven Seniorenwohnheims, gelegen auf dem ehemaligen Gelände der Spinnerei und Weberei Hammersen, welches unter Denkmalschutz steht. Architektonisch ist das Gebäude eine Rarität, das unbedingt erhaltungs- und restaurationswürdig ist. Die Stadt Bocholt sollte sich ein solch einzigartiges Kulturgut ihrer textilen Vergangenheit bewahren.

Worin sehen Sie die Ursachen für die Einleitung des Insolvenzverfahrens?

Heinrich Fritz Stellmach: Das Projekt des Seniorenwohnheims ist aktuell halbfertig. Evident besteht eine Finanzierungslücke für das Bauvorhaben, die mittels eines Sanierungsprozesses unter Insolvenzschutz bereinigt werden soll. Das eingeleitete Insolvenzverfahren verfolgt ausschließlich den Zweck einer Sanierung und ordnungsgemäßen Fertigstellung des Projektes.

Lässt sich die Größenordnung der Finanzierungslücke bereits heute quantifizieren?

Heinrich Fritz Stellmach: Nicht abschließend, aber nach ersten Hochrechnungen wird frisches Kapital von rund 15.0 Mio. Euro benötigt, um das Seniorenwohnheim geordnet und schlüsselfertig erstellen zu können. Erste Verhandlungen über die Bereitstellung eines solchen Kredites sind bereits in die Wege geleitet. Mit einem Ergebnis für die Bereitstellung frischen Kapitals rechne ich Ende Oktober.

Bedeutet ein solcher Kredit, dass daraus alle Gläubiger vollständig befriedigt werden können?

Heinrich Fritz Stellmach: Mitnichten, die Bereinigung einer solchen Finanzierungslücke im Rahmen eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens bedeutet immer Kapitalschnitt. D.h., ohne Forderungsausfälle bzw. einvernehmliche Forderungsverzichte der beteiligten Gläubiger kann der angestrebte Sanierungsprozess für das Projekt unmöglich erfolgreich umgesetzt werden.

Wie sieht dabei Ihre Rolle als Sanierungsberater aus?

Heinrich Fritz Stellmach: Sanierung unter Insolvenzschutz erfordert in diesem speziellen Fall in erster Linie Moderation und Vermittlung zwischen den beteiligten Kreditinstituten, den Lieferanten und Handwerkern sowie den insgesamt 121 Investoren. Teilweise haben die Investoren für die Wohneinheiten des Objektes Kaufpreise bis zu 400 TEUR bezahlt. Alle Absprachen und Sanierungsmaßnahmen müssen in enger Abstimmung mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter erfolgen. Mit juristischen Finessen ist eine erfolgreiche Sanierung dieses Mandates nicht umsetzbar, gefragt ist ein Mix aus Verlässlichkeit in die Fertigstellung des Objektes und Verhandlungsgeschick.

Wie beurteilen Sie die Aussichten der Sanierung? Rechnen Sie mit einer zeitnahen Lösung und Fortsetzung der Bauarbeiten für das Seniorenwohnheim?

Heinrich Fritz Stellmach: Genau das ist der Grund, weshalb sich die beteiligten Gläubiger und die Geschäftsleitung des Unternehmens für die Sanierungsexpertise der Sozietät Stellmach & Bröckers entschieden haben. Das Sanierungsteam unseres Büros wird in enger Zusammenarbeit mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter alle Anstrengungen unternehmen, das Projekt erfolgreich durchzuführen. Es ist geplant, bereits in Kürze damit zu beginnen, das Objekt winterfest zu machen. Ich rechne damit, dass in Abstimmung mit allen Verfahrensbeteiligten das Projekt Seniorenwohnheim Hammersen bis Ende des Jahres 2019 schlüsselfertig an die Investoren übergeben werden kann.

Die Bocholter Medien haben über das Insolvenzeröffnungsverfahren bei G&S Planwerk berichtet. Sowohl das Bocholter-Borkener Volksblatt als auch die Internetplattform Made in Bocholt veröffentlichten Stellungnahmen des Insolvenzverwalters Heinrich Stellmach. Nachfolgend die Originalberichte beziehungsweise Links.

 

Quelle: Bocholter-Borkener Volksblatt, Ausgabe vom 29.08.2019, Lokalseite 2

Quelle: Bocholter-Borkener Volksblatt, Ausgabe vom 29.08.2019, Lokalseite 2

 

 

 

Das Magazin “Wirtschaft aktuell” hat in seiner Ausgabe 2/2018 Heinrich Stellmach zu den Änderungen im Insovenzrecht interviewt. Hier das Interview im Wortlaut und in der Original-Druckversion

Vom Pathologen zum Therapeuten

Einen stärkeren Einfluss der Gläubiger auf die Auswahl des Insolvenzverwalters und die Vereinfachung des Zuganges zur Eigenverwaltung soll seit 2011 die Sanierung angeschlagener Unternehmen vereinfachen. Wir sprachen mit Heinrich Stellmach, Mitbegründer und Partner der Sozietät Stellmach & Bröckers mit Standorten in Bocholt, Münster, Osnabrück und Krefeld, der seit 35 Jahren Unternehmenskrisen aller Art managt.

Herr Stellmach, Sie haben sich als Insolvenzverwalter einen Namen gemacht. Als was verstehen Sie sich heute?
Das Berufsbild des klassischen Insolvenzverwalters hat sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren grundlegend verändert. Das alte Berufsbild des Insolvenzverwalters, der im Auftrag des Gerichtes quasi als Vollstreckungsbeamter alle vorhandenen Werte eines Unternehmens bestmöglich liquidiert und die Erlöse an die Gläubiger verteilt, ist ein Auslaufmodell. Moderne Insolvenzverwaltung heute bedeutet betriebswirtschaftliche Kompetenz, Sanierung und Restrukturierung in enger Abstimmung und Kommunikation mit den Hauptgläubigern des Unternehmens. Die Regularien des neuen Insolvenzrechtes bieten hervorragende Möglichkeiten, mit höchster Geschwindigkeit Unternehmen in der Krise zu restrukturieren und neu auszurichten.

Also bildlich gesprochen ein Wandel vom Pathologen zum Diagnostiker und Therapeuten?
So ähnlich kann man das sagen. Der Insolvenzverwalter alter Prägung war ein Abwickler, ein Vollstrecker, der primär mit juristischem Sachverstand den Ablauf eines Insolvenzverfahrens bestimmte. Im Gegensatz dazu ist heute für die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens in erster Linie betriebswirtschaftliche Expertise gefordert, um Schwachstellen des Unternehmens zu analysieren und ein schlüssiges Sanierungskonzept zu erstellen. Heute ist die Zielsetzung eines Insolvenzverfahrens in erster Linie darauf ausgerichtet, mittels eines detaillierten Sanierungskonzeptes den betriebswirtschaftlichen Gleichklang eines Unternehmens wiederherzustellen.

Woran hakt es denn bei den meisten Unternehmen, die in Schieflage geraten?
Meistens sind es Veränderungen des Marktes. Oftmals haben sie die Digitalisierung total verpasst oder Probleme mit ihrem Produkt. Sehr häufig sind es aber auch interne Ursachen. Die fangen in der Spitze an. Manchmal erweist sich die Geschäftsführung für die Leitung, für die Motivation und die Führung eines Unternehmens sowohl nach innen als auch nach außen als ungeeignet. Heutzutage ist in einem modernen Insolvenzverfahren die Erstellung einer Schwachstellenanalyse des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Nur aus der Offenlegung finanzwirtschaftlicher oder betriebswirtschaftlicher Schwachstellen können die zutreffenden Schlussfolgerungen für eine nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens getroffen werden. Dabei werden oftmals auch Schwächen im Management oder innerhalb der Führungsriege eines Unternehmens offengelegt. Ein erfolgreicher Turnaround kann in einem Unternehmen nur mit einer loyalen und voll motivierten Belegschaft gelingen, die bereit ist, mit vereinten Kräften die definierten Sanierungsziele umzusetzen.

Ist in einem solchen Fall nicht vor allem ein rechtzeitiges Eingreifen wichtig?
Wir haben oft beobachtet, dass Unternehmen oder Geschäftsführer den rechtzeitigen Zeitpunkt für die Einleitung eines Sanierungsprozesses verpassen. Sobald eine Ertrags- oder Liquiditätskrise eines Unternehmens sichtbar wird, sollte schnellstmöglich eine qualifizierte Sanierungsberatung eingeholt werden. Oftmals ist nur ein externer Berater in der Lage, nüchtern und ungeschminkt die reale Situation eines Unternehmens zu beurteilen. Ist eine echte Unternehmenskrise erkennbar, ist schnelles und konsequentes Handeln der Geschäftsleitung unverzichtbar. Wird die Einleitung eines notwendigen Sanierungsprozesses zu lange hinausgezögert, werden erfahrungsgemäß nach und nach nahezu sämtliche Geschäftsfelder des Unternehmens beschädigt mit der Konsequenz, dass sich die Sanierungschancen für das operative Geschäft deutlich verschlechtern. Insofern muss bei Erkennen einer Unternehmenskrise die Geschäftsleitung unter Inanspruchnahme qualifizierter Beratung einen Sanierungsprozess einleiten.

Ist das der Grund, warum Sie in Ihrer Sozietät neben Anwälten auch Wirtschaftsprüfer, Bankfachwirte, Steuerberater und Sanierungsexperten beschäftigen?
Genau. Eine juristische Qualifikation alleine ist heute zu wenig, um der Aufgabe einer Sanierung und Restrukturierung eines Unternehmens gerecht zu werden. Der Insolvenzverwalter alter Prägung konnte sich auf das Fachwissen seiner juristischen Ausbildung zurückziehen. Der Insolvenzverwalter von heute dagegen ist als Sanierungsexperte zum überwiegenden Teil unternehmensberatend tätig. Neben juristischen Grundkenntnissen erfordert die moderne Insolvenzverwaltung eine betriebswirtschaftliche Expertise, die die gesamte Bandbreite der geschäftlichen Abläufe eines Unternehmens abdeckt. Dazu gehört neben betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und kaufmännischem Einfühlungsvermögen insbesondere die Befähigung, die Umsetzbarkeit eines Sanierungsprozesses in Abstimmung mit den Gläubigern eines Verfahrens beurteilen zu können. Aus diesem Grunde setzt die Sozietät Stellmach & Bröckers für den Bereich Sanierung und Restrukturierung neben juristischer Beratung im Schwerpunkt betriebswirtschaftliche Beratung auch auf die Prüfungskompetenz erfahrener Wirtschaftsprüfer.

Wie wichtig ist Branchenwissen?
Branchenwissen und praktische Erfahrung sind immer gut. Aber oftmals sind die Ursachen einer Krise nicht branchenspezifisch oder -typisch. Sie haben fast immer die gleichen Strukturen: interne Probleme, Personalprobleme, Qualitätsprobleme oder Überkapazitäten. Oftmals liegen die Schwächen im Management. Häufig ist auch das Geschäftsmodell zu einseitig, es ist nicht diversifiziert genug. Manchmal hapert es auch am Service. Heute ist der Kunde extrem fokussiert auf perfekten und schnellen Service. Jedes Unternehmen, das in diesem Punkt Schwachstellen aufweist, wird im Markt zurückgedrängt. Der Endkunde will einfach Transparenz und perfekten Service, und beides bekommt er oft nicht.

Der Gesetzgeber hat 2011 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen – kurz ESUG – erlassen. Das kennt in der Öffentlichkeit kaum jemand, oder?
Ja das stimmt, aber genau das hat diesen Wandel ausgelöst. Mit Einführung des ESUG ist im Grunde genommen das alte Vollstreckungsrecht der Insolvenzordnung abgelöst worden durch den Leitgedanken einer Sanierung und Restrukturierung notleidender Unternehmen. Und die Rolle der Gläubiger wurde gestärkt. Denn die suchen sich ihren Insolvenzverwalter vielfach selbst aus.

Führt das auch bei Ihnen in der Branche zu mehr Wettbewerb und verschärfter Konkurrenz?
Ja, die Gläubiger entscheiden in größeren Verfahren darüber, wer dieses Verfahren führt, wer der Verwalter und der Sanierungsexperte ist. In solchen Fällen haben die Gerichte mehr oder weniger nur noch die Funktion einer Moderation und Überwachung. Wir betrachten das als großen Vorteil. Denn die Gläubiger – insbesondere die beteiligten Großgläubiger wie Banken und Kreditversicherungen – sind sehr gut in der Lage, genau zu differenzieren, welches Büro und welcher Sanierungsexperte für das jeweilige Unternehmen am besten geeignet ist.

Udo Jürgens hat mal gesungen: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Sie starten, so scheint es, in diesem Alter noch mal richtig durch. Warum?
Zunächst einmal gibt es für Insolvenzverwalter keine Altersgrenzen. So lange Sie sich gesundheitlich, also körperlich und mental fit fühlen, so lange können Sie diesen Beruf auch ausüben. Und wenn Sie einen umfassenden und breiten Erfahrungsfundus haben, wäre es einfach nur Vergeudung zu sagen, ich hör jetzt auf, lese nur noch die Frankfurter Allgemeine und beschäftige mich mit meinen Aktien. Also mache ich weiter.