Cenk Eryilmaz
Cenk Eryilmaz

Cenk Eryilmaz ist seit dem 1. September 2018 Geschäftsführer bei Nya Nordiska

Nya Nordiska hat einen hervorragenden Ruf in der Branche. Seit 1964 entwirft und verlegt die Unternehmensgruppe hochwertige Dekorations- und Möbelbezugsstoffe. Doch die Geschäfte wurden im Laufe der Jahre immer schwieriger. Anfang 2018 drohte die Zahlungsunfähigkeit. Das Amtsgericht Uelzen leitete ein Sanierungsverfahren in Eigenregie ein. Als Berater wurden die Experten der Sozietät Stellmach & Broeckers hinzugezogen.

Seit dem 1. September ist nun Cenk Eryilmaz Geschäftsführer bei Nya Nordiska. In einem Interview mit dem Magazin Eurodecor erklärte er, dass das Unternehmen langsam wieder zu alter Stärke zurückfinde und auf einem guten Wege sei. Basis der positiven Entwicklung war eine umfangreiche Analyse und ein schnelles Eingreifen der Sanierer. Zunächst wurde das Liquiditätsproblem behoben. So regelte sich auch der Warenfluss wieder. Damit verbunden war die Wiederherstellung der Lieferfähigkeit. Inzwischen ist Cenk Eryilmaz hauptsächlich damit beschäftigt Nya Nordiska modern aufzustellen.

Hier können Sie das Originalinterview downloaden und lesen

 

Heinrich Fritz Stellmach

Heinrich Fritz Stellmach

Im Insolvenzverfahren Seniorenpark Hammersen GmbH & Co. KG, Werther Straße 78, 46395 Bocholt – Amtsgericht Münster, Az.: 87 IN 61/18 – hat die Geschäftsleitung des Unternehmens Herrn Rechtsanwalt Heinrich Fritz Stellmach aus der Sozietät Stellmach & Bröckers mit der Sanierungsberatung der Gesellschaft beauftragt. Wir haben ein Interview mit Herrn Stellmach geführt.

Herr Stellmach, im Insolvenzverfahren der Firma Seniorenpark Hammersen GmbH & Co. KG wurden Sie durch die Geschäftsleitung des Unternehmens mit der Sanierungsberatung mandatiert. Haben Sie bereits erste Erkenntnisse zum Zustand der Gesellschaft gewinnen können?

Heinrich Fritz Stellmach: Die Gesellschaft beschäftigt sich mit der Herstellung eines exklusiven Seniorenwohnheims, gelegen auf dem ehemaligen Gelände der Spinnerei und Weberei Hammersen, welches unter Denkmalschutz steht. Architektonisch ist das Gebäude eine Rarität, das unbedingt erhaltungs- und restaurationswürdig ist. Die Stadt Bocholt sollte sich ein solch einzigartiges Kulturgut ihrer textilen Vergangenheit bewahren.

Worin sehen Sie die Ursachen für die Einleitung des Insolvenzverfahrens?

Heinrich Fritz Stellmach: Das Projekt des Seniorenwohnheims ist aktuell halbfertig. Evident besteht eine Finanzierungslücke für das Bauvorhaben, die mittels eines Sanierungsprozesses unter Insolvenzschutz bereinigt werden soll. Das eingeleitete Insolvenzverfahren verfolgt ausschließlich den Zweck einer Sanierung und ordnungsgemäßen Fertigstellung des Projektes.

Lässt sich die Größenordnung der Finanzierungslücke bereits heute quantifizieren?

Heinrich Fritz Stellmach: Nicht abschließend, aber nach ersten Hochrechnungen wird frisches Kapital von rund 15.0 Mio. Euro benötigt, um das Seniorenwohnheim geordnet und schlüsselfertig erstellen zu können. Erste Verhandlungen über die Bereitstellung eines solchen Kredites sind bereits in die Wege geleitet. Mit einem Ergebnis für die Bereitstellung frischen Kapitals rechne ich Ende Oktober.

Bedeutet ein solcher Kredit, dass daraus alle Gläubiger vollständig befriedigt werden können?

Heinrich Fritz Stellmach: Mitnichten, die Bereinigung einer solchen Finanzierungslücke im Rahmen eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens bedeutet immer Kapitalschnitt. D.h., ohne Forderungsausfälle bzw. einvernehmliche Forderungsverzichte der beteiligten Gläubiger kann der angestrebte Sanierungsprozess für das Projekt unmöglich erfolgreich umgesetzt werden.

Wie sieht dabei Ihre Rolle als Sanierungsberater aus?

Heinrich Fritz Stellmach: Sanierung unter Insolvenzschutz erfordert in diesem speziellen Fall in erster Linie Moderation und Vermittlung zwischen den beteiligten Kreditinstituten, den Lieferanten und Handwerkern sowie den insgesamt 121 Investoren. Teilweise haben die Investoren für die Wohneinheiten des Objektes Kaufpreise bis zu 400 TEUR bezahlt. Alle Absprachen und Sanierungsmaßnahmen müssen in enger Abstimmung mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter erfolgen. Mit juristischen Finessen ist eine erfolgreiche Sanierung dieses Mandates nicht umsetzbar, gefragt ist ein Mix aus Verlässlichkeit in die Fertigstellung des Objektes und Verhandlungsgeschick.

Wie beurteilen Sie die Aussichten der Sanierung? Rechnen Sie mit einer zeitnahen Lösung und Fortsetzung der Bauarbeiten für das Seniorenwohnheim?

Heinrich Fritz Stellmach: Genau das ist der Grund, weshalb sich die beteiligten Gläubiger und die Geschäftsleitung des Unternehmens für die Sanierungsexpertise der Sozietät Stellmach & Bröckers entschieden haben. Das Sanierungsteam unseres Büros wird in enger Zusammenarbeit mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter alle Anstrengungen unternehmen, das Projekt erfolgreich durchzuführen. Es ist geplant, bereits in Kürze damit zu beginnen, das Objekt winterfest zu machen. Ich rechne damit, dass in Abstimmung mit allen Verfahrensbeteiligten das Projekt Seniorenwohnheim Hammersen bis Ende des Jahres 2019 schlüsselfertig an die Investoren übergeben werden kann.

Die Bocholter Medien haben über das Insolvenzeröffnungsverfahren bei G&S Planwerk berichtet. Sowohl das Bocholter-Borkener Volksblatt als auch die Internetplattform Made in Bocholt veröffentlichten Stellungnahmen des Insolvenzverwalters Heinrich Stellmach. Nachfolgend die Originalberichte beziehungsweise Links.

 

Quelle: Bocholter-Borkener Volksblatt, Ausgabe vom 29.08.2019, Lokalseite 2

Quelle: Bocholter-Borkener Volksblatt, Ausgabe vom 29.08.2019, Lokalseite 2

 

 

 

Das Magazin „Wirtschaft aktuell“ hat in seiner Ausgabe 2/2018 Heinrich Stellmach zu den Änderungen im Insovenzrecht interviewt. Hier das Interview im Wortlaut und in der Original-Druckversion

Vom Pathologen zum Therapeuten

Einen stärkeren Einfluss der Gläubiger auf die Auswahl des Insolvenzverwalters und die Vereinfachung des Zuganges zur Eigenverwaltung soll seit 2011 die Sanierung angeschlagener Unternehmen vereinfachen. Wir sprachen mit Heinrich Stellmach, Mitbegründer und Partner der Sozietät Stellmach & Bröckers mit Standorten in Bocholt, Münster, Osnabrück und Krefeld, der seit 35 Jahren Unternehmenskrisen aller Art managt.

Herr Stellmach, Sie haben sich als Insolvenzverwalter einen Namen gemacht. Als was verstehen Sie sich heute?
Das Berufsbild des klassischen Insolvenzverwalters hat sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren grundlegend verändert. Das alte Berufsbild des Insolvenzverwalters, der im Auftrag des Gerichtes quasi als Vollstreckungsbeamter alle vorhandenen Werte eines Unternehmens bestmöglich liquidiert und die Erlöse an die Gläubiger verteilt, ist ein Auslaufmodell. Moderne Insolvenzverwaltung heute bedeutet betriebswirtschaftliche Kompetenz, Sanierung und Restrukturierung in enger Abstimmung und Kommunikation mit den Hauptgläubigern des Unternehmens. Die Regularien des neuen Insolvenzrechtes bieten hervorragende Möglichkeiten, mit höchster Geschwindigkeit Unternehmen in der Krise zu restrukturieren und neu auszurichten.

Also bildlich gesprochen ein Wandel vom Pathologen zum Diagnostiker und Therapeuten?
So ähnlich kann man das sagen. Der Insolvenzverwalter alter Prägung war ein Abwickler, ein Vollstrecker, der primär mit juristischem Sachverstand den Ablauf eines Insolvenzverfahrens bestimmte. Im Gegensatz dazu ist heute für die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens in erster Linie betriebswirtschaftliche Expertise gefordert, um Schwachstellen des Unternehmens zu analysieren und ein schlüssiges Sanierungskonzept zu erstellen. Heute ist die Zielsetzung eines Insolvenzverfahrens in erster Linie darauf ausgerichtet, mittels eines detaillierten Sanierungskonzeptes den betriebswirtschaftlichen Gleichklang eines Unternehmens wiederherzustellen.

Woran hakt es denn bei den meisten Unternehmen, die in Schieflage geraten?
Meistens sind es Veränderungen des Marktes. Oftmals haben sie die Digitalisierung total verpasst oder Probleme mit ihrem Produkt. Sehr häufig sind es aber auch interne Ursachen. Die fangen in der Spitze an. Manchmal erweist sich die Geschäftsführung für die Leitung, für die Motivation und die Führung eines Unternehmens sowohl nach innen als auch nach außen als ungeeignet. Heutzutage ist in einem modernen Insolvenzverfahren die Erstellung einer Schwachstellenanalyse des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Nur aus der Offenlegung finanzwirtschaftlicher oder betriebswirtschaftlicher Schwachstellen können die zutreffenden Schlussfolgerungen für eine nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens getroffen werden. Dabei werden oftmals auch Schwächen im Management oder innerhalb der Führungsriege eines Unternehmens offengelegt. Ein erfolgreicher Turnaround kann in einem Unternehmen nur mit einer loyalen und voll motivierten Belegschaft gelingen, die bereit ist, mit vereinten Kräften die definierten Sanierungsziele umzusetzen.

Ist in einem solchen Fall nicht vor allem ein rechtzeitiges Eingreifen wichtig?
Wir haben oft beobachtet, dass Unternehmen oder Geschäftsführer den rechtzeitigen Zeitpunkt für die Einleitung eines Sanierungsprozesses verpassen. Sobald eine Ertrags- oder Liquiditätskrise eines Unternehmens sichtbar wird, sollte schnellstmöglich eine qualifizierte Sanierungsberatung eingeholt werden. Oftmals ist nur ein externer Berater in der Lage, nüchtern und ungeschminkt die reale Situation eines Unternehmens zu beurteilen. Ist eine echte Unternehmenskrise erkennbar, ist schnelles und konsequentes Handeln der Geschäftsleitung unverzichtbar. Wird die Einleitung eines notwendigen Sanierungsprozesses zu lange hinausgezögert, werden erfahrungsgemäß nach und nach nahezu sämtliche Geschäftsfelder des Unternehmens beschädigt mit der Konsequenz, dass sich die Sanierungschancen für das operative Geschäft deutlich verschlechtern. Insofern muss bei Erkennen einer Unternehmenskrise die Geschäftsleitung unter Inanspruchnahme qualifizierter Beratung einen Sanierungsprozess einleiten.

Ist das der Grund, warum Sie in Ihrer Sozietät neben Anwälten auch Wirtschaftsprüfer, Bankfachwirte, Steuerberater und Sanierungsexperten beschäftigen?
Genau. Eine juristische Qualifikation alleine ist heute zu wenig, um der Aufgabe einer Sanierung und Restrukturierung eines Unternehmens gerecht zu werden. Der Insolvenzverwalter alter Prägung konnte sich auf das Fachwissen seiner juristischen Ausbildung zurückziehen. Der Insolvenzverwalter von heute dagegen ist als Sanierungsexperte zum überwiegenden Teil unternehmensberatend tätig. Neben juristischen Grundkenntnissen erfordert die moderne Insolvenzverwaltung eine betriebswirtschaftliche Expertise, die die gesamte Bandbreite der geschäftlichen Abläufe eines Unternehmens abdeckt. Dazu gehört neben betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und kaufmännischem Einfühlungsvermögen insbesondere die Befähigung, die Umsetzbarkeit eines Sanierungsprozesses in Abstimmung mit den Gläubigern eines Verfahrens beurteilen zu können. Aus diesem Grunde setzt die Sozietät Stellmach & Bröckers für den Bereich Sanierung und Restrukturierung neben juristischer Beratung im Schwerpunkt betriebswirtschaftliche Beratung auch auf die Prüfungskompetenz erfahrener Wirtschaftsprüfer.

Wie wichtig ist Branchenwissen?
Branchenwissen und praktische Erfahrung sind immer gut. Aber oftmals sind die Ursachen einer Krise nicht branchenspezifisch oder -typisch. Sie haben fast immer die gleichen Strukturen: interne Probleme, Personalprobleme, Qualitätsprobleme oder Überkapazitäten. Oftmals liegen die Schwächen im Management. Häufig ist auch das Geschäftsmodell zu einseitig, es ist nicht diversifiziert genug. Manchmal hapert es auch am Service. Heute ist der Kunde extrem fokussiert auf perfekten und schnellen Service. Jedes Unternehmen, das in diesem Punkt Schwachstellen aufweist, wird im Markt zurückgedrängt. Der Endkunde will einfach Transparenz und perfekten Service, und beides bekommt er oft nicht.

Der Gesetzgeber hat 2011 das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen – kurz ESUG – erlassen. Das kennt in der Öffentlichkeit kaum jemand, oder?
Ja das stimmt, aber genau das hat diesen Wandel ausgelöst. Mit Einführung des ESUG ist im Grunde genommen das alte Vollstreckungsrecht der Insolvenzordnung abgelöst worden durch den Leitgedanken einer Sanierung und Restrukturierung notleidender Unternehmen. Und die Rolle der Gläubiger wurde gestärkt. Denn die suchen sich ihren Insolvenzverwalter vielfach selbst aus.

Führt das auch bei Ihnen in der Branche zu mehr Wettbewerb und verschärfter Konkurrenz?
Ja, die Gläubiger entscheiden in größeren Verfahren darüber, wer dieses Verfahren führt, wer der Verwalter und der Sanierungsexperte ist. In solchen Fällen haben die Gerichte mehr oder weniger nur noch die Funktion einer Moderation und Überwachung. Wir betrachten das als großen Vorteil. Denn die Gläubiger – insbesondere die beteiligten Großgläubiger wie Banken und Kreditversicherungen – sind sehr gut in der Lage, genau zu differenzieren, welches Büro und welcher Sanierungsexperte für das jeweilige Unternehmen am besten geeignet ist.

Udo Jürgens hat mal gesungen: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Sie starten, so scheint es, in diesem Alter noch mal richtig durch. Warum?
Zunächst einmal gibt es für Insolvenzverwalter keine Altersgrenzen. So lange Sie sich gesundheitlich, also körperlich und mental fit fühlen, so lange können Sie diesen Beruf auch ausüben. Und wenn Sie einen umfassenden und breiten Erfahrungsfundus haben, wäre es einfach nur Vergeudung zu sagen, ich hör jetzt auf, lese nur noch die Frankfurter Allgemeine und beschäftige mich mit meinen Aktien. Also mache ich weiter.

Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) hat in ihrer Ausgabe vom 25. Mai 2018 auf der 1. Seite des Lokalteils Bissendorf, Belm und Umgebung aufsführlich über die Ambivicare-Insolvenz berichtet.  Den ganzen Artikel gibt es hier als Download. All Bildreechte und das Copyright liegen bei der NOZ.

Das Unternehmen AmbiviCare Häusliche Pflege IEF GmbH ist spezialisiert auf die Pflege und Versorgung von Intensivpflegepatienten. Seit Anfang 2017 wird zudem neben der ambulanten Pflege eine Pflegeeinrichtung in Bissendorf-Schledehausen unterhalten. Erst im März 2018 wurde der von Eva Häke als Einzelunternehmen im Jahre 2010 gegründete Pflegedienst an einen neuen Investor übertragen.

Trotz der positiven Entwicklungen der letzten Wochen und Monate beauftragte das Unternehmen Rechtsanwalt Klaus Niemeyer aus Osnabrück einen Insolvenzantrag zu stellen.

Am 17.05.2018 ordnete das Amtsgericht Osnabrück die vorläufige Insolvenzverwaltung an und setzte Rechtsanwalt Heinrich Stellmach von der Sozietät Stellmach & Bröckers aus Osnabrück als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Zusammen mit Rechtsanwalt Frank Stanitzke ist der vorläufige Insolvenzverwalter zunächst bemüht das Unternehmen zu stabilisieren und sich einen Überblick zu verschaffen. Es sind rd. 150 Mitarbeiter betroffen. Ziel ist es zunächst das Unternehmen fortzuführen und die Versorgung der Pflegepatienten weiter sicherzustellen. In einem weiteren Schritt soll eine tragfähige Perspektive für die Sanierung und den Erhalt des Unternehmens entwickelt werden.

Die LSBit GmbH & Co. KG in Herne befand sich seit Mitte Juli 2017 in der Abwicklung eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Die Geschäftsleitung hat den Insolvenzantrag seinerzeit mit der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft begründet. Das Amtsgericht Bochum – Insolvenzgericht – hatte mit Beschluss vom 19.07.2017 als vorläufigen Sachwalter Herrn Betriebswirt Ulrich Zerrath aus Recklinghausen bestellt.

Mit der beratenden Sozietät Stellmach & Bröckers war die Zielsetzung des Sanierungsverfahrens darauf ausgerichtet, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens zu stabilisieren und an die aktuellen Markt- und Wettbewerbsverhältnisse anzupassen.

Unter der Aufsicht des Sachwalters wurde das Unternehmen seit Mitte Juli 2017 fortgeführt. Mit weiterem Beschluss des Amtsgericht Bochum – Insolvenzgericht – vom 01.09.2017 erfolgte die Insolvenzeröffnung in Eigenverwaltung. Aktuell werden in der LSBit GmbH & Co. KG rund 50 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Gesellschaft der LSBit GmbH & Co. KG wurde auf der Grundlage eines sogenannten Insolvenzplans saniert. Der Insolvenzplan sieht vor, dass die Gläubiger des Unternehmens Forderungsverzichte leisten sowie ein Investor frisches Kapital zur Verfügung stellt, um die Kapitalbasis der LSBit GmbH & Co. KG nachhaltig zu stärken. Über die Verabschiedung des Insolvenzplans haben die Gläubiger in dem Erörterungs- und Abstimmungstermin am 28.12.2017 beim Amtsgericht Bochum – Insolvenzgericht -zu 100 % dem Plan zugestimmt. Der Insolvenzplan wurde durch das Amtsgericht Bochum – Insolvenzgericht – bestätigt und hat am 11.01.2018 Rechtskraft erlangt. Im Ergebnis wird durch den Insolvenzplan die Eigenkapitalquote der LSBit GmbH & Co. KG verbessert auf eine Größenordnung von rund 70 %.

Mit Rechtskraft des Insolvenzplans hat sich der Investor bereit erklärt frisches Kapital in Höhe von 100.000,00 EUR sowie eine Kontokorrentlinie über 100.000,00 EUR bereitzustellen.

Wir weisen darauf hin, dass insbesondere durch die konstruktive Zusammenarbeit mit der Hausbank, Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten eG, die Umsetzung des Insolvenzplans ermöglicht wurde. Die Verfahrenskosten wurden durch die LSBit GmbH & Co. KG am 16.02.2018 ausgeglichen, sodass das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung in Kürze durch das Amtsgericht Bochum – Insolvenzgericht – aufgehoben wird.

Nach Verfahrensaufhebung werden die im Insolvenzplan vorgegebenen zwölf monatlichen Quotenzahlungen durch Herrn Betriebswirt Ulrich Zerrath überwacht.

Ansprechpartnerin: Rechtsanwältin Katrin Tersteegen

Stellmach & Bröckers, Katrin Tersteegen

Mit seiner Entscheidung vom 26. Januar 2017 zum Aktenzeichen IX ZR 285/14, hat der BGH die Haftungsrisiken für Steuerberater im Zusammenhang mit der Bilanzierung insolvenzgefährdeter Gesellschaften spürbar verschärft. Nach der bisherigen Rechtsprechung des BGH waren Steuerberater grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre Mandanten im Rahmen eines allgemeinen Steuerberatungsmandates auf eine mögliche Insolvenzreife ihrer Gesellschaft hinzuweisen. Ohne ausdrückliche Beauftragung war ein Steuerberater auf der Grundlage der bisherigen BGH-Rechtsprechung nicht zwingend verpflichtet, seine Mandanten auf eine mögliche Insolvenzreife seiner Gesellschaft hinzuweisen. Nach dieser alten Rechtsprechung konnte eine Haftung des Steuerberaters für einen Insolvenzverschleppungsschaden nur dann eintreten, wenn er ausdrücklich mit der Prüfung der Insolvenzreife der Gesellschaft beauftragt war.

Von dieser alten Rechtsprechung ist der BGH nunmehr mit seiner Entscheidung vom 26.01.2017 abgerückt. Seit dieser aktuellen BGH-Entscheidung hat sich das Haftungsrisiko eines Steuerberaters im Zusammenhang mit der Bilanzierung insolvenzgefährdeter Gesellschaften erheblich ausgeweitet. Aktuell ist der BGH der Auffassung, dass der mit der Erstellung eines Jahresabschlusses für eine GmbH beauftragte Steuerberater auch ohne ausdrückliches Mandat dahingehend prüf- und hinweispflichtig ist, ob sich auf der Grundlage der ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen Anhaltspunkte ergeben, die gegen eine geordnete Fortführung des operativen Geschäftes der Gesellschaft sprechen könnten. Der BGH legt in seiner aktuellen Entscheidung ausdrücklich fest, dass der mit der Erstellung des Jahresabschlusses beauftragte Steuerberater den Mandaten auf eine etwa bestehende Insolvenzreife und daraus folgende Insolvenzantragspflicht ausdrücklich hinzuweisen hat. Verletzt der Steuerberater diese Offenlegungs- und Hinweispflicht trotz evidenter Umstände einer Insolvenzgefahr, besteht die Möglichkeit, dass der Steuerberater in einem nachfolgenden Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft wegen eines Insolvenzverschleppungsschadens in Anspruch genommen wird.

Münster, den 14.06.2017

Ansprechpartner:
Frank Stanitzke

Stellmach & Bröckers, Frank Stanitzke


ATG Sicherheitstechnik Referenzen Stellmach & Bröckers

Stationen einer erfolgreicher Sanierung in Eigenverwaltung

Insolvenzeröffnung                                                 01.06.2015

Bestätigung des Insolvenzplans                            06.11.2015

Erfüllung des Insolvenzplans                                 28.02.2017

Der Insolvenzplan wurde entwickelt  durch Rechtsanwalt Heinrich Stellmach. Auf der Grundlage des Insolvenzplans konnte eine Eigenkapitalquote für die Firma ATG Sicherheitstechnik GmbH, Osnabrück, erreicht werden von rund 40 %; die Liquiditäts- und Finanzierungsgrundlagen des Unternehmens sind solide aufgestellt; nach Planbestätigung konnte das Geschäftsjahr 2016 mit einem positiven Betriebsergebnis abgeschlossen werden.

Über 300 Unternehmer, Unternehmensberater, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Insolvenzrechtsexperten treffen sich am 22. und 23. Juni im Kölner Hotel Pullmann zum sechsten deutschen Gläubigerkongress. Top-Referenten aus Wirtschaft und Politik blicken mit Ihnen gemeinsam in die Zukunft und diskutieren über Chancen und Risiken. Mit dabei sind unter anderem der ehemalige Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, der FDP-Bundesvositzende Christian Lindner und der scheidende Chef von Wolters Kluwer Deutschland, Dr. Ulrich Hermann.

Der Gläubigerkongress möchte Orientierung vermitteln für Entscheider der mittelständischen Wirtschaft zu den Veränderungen, zeigt Handlungsalternativen für Unternehmen auf, beleuchtet Auswirkungen auf Berater oder Verwalter und beschreibt rezessive Tendenzen der Weltwirtschaft mit riskanten Auswirkungen aufs hiesige Fortbestehen. Kurzum: Die Veranstaltung liefert Antworten auf die Frage: Ist Deutschland mit seinen Unternehmen schon krisenfest saniert oder steckt die Sanierung in der Krise?

Nichts bleibt wie es ist – das zunehmende Tempo sich wandelnder Geschäftsmodelle, das Auftauchen neuer, oft nur kurzlebiger Geschäftsmodelle, die wie App`s globalisiert werden, zwingt Unternehmer wie Berater dazu, sich diesem ständigen Wandel anzupassen und auch den Mut zu haben, die Wende zu wagen, um ein Unternehmen langfristig und nachhaltig zukunftsfähig zu machen.
Vor diesem Hintergrund ist auch der Markt rund um Restrukturierung, Sanierung und Insolvenzverwaltung weiter im Umbruch. Restrukturierung wandelt sich zum Transformationsmanagement und die tradierten Berufsbilder für Unternehmensberater wie für Insolvenzverwalter geraten ins Wanken. Ganze Berufsgruppen erfinden sich neu, kooperieren, bilden Netzwerke und nicht wenige steigen schlicht aus…

Zu den Wirtschaftspartnern des Gläubigerkongeresses gehört unter anderem die Sozietät S&B.